03.02.2014 09:00 Schauspiel von Henrik Ibsen

Theater in Münster: Ein Volksfeind - wann wird Widerstand zur rücksichtslosen Selbstverwirklichung

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Ich liebe meine Vaterstadt so sehr, dass ich sie lieber ruiniere, als zuzusehen, wie sie dank einer Lüge aufblüht; © Oliver Berg, Theater Münster

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Von: GFDK - Theater Münster

Ich liebe meine Vaterstadt so sehr, dass ich sie lieber ruiniere, als zuzusehen, wie sie dank einer Lüge aufblüht. Dr. Tomas Stockmann ist mit seiner jungen Familie voller Elan in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Sie soll saniert und zum umsatzkräftigen Erholungszentrum werden. Doch mitten in der schönsten Aufbruchstimmung deckt Stockmann einen Umweltskandal auf: Die Heilquellen sind durch die Industrie verseucht, das Wasser schädlich für die Badegäste. Stockmann glaubt, zum gefeierten Retter der Stadt zu werden.

Theater in Münster

Als sich herausstellt, dass die Schließung des Bades Imageverluste und Haushaltseinbußen in astronomischer Höhe nach sich ziehen würde, hat er aber nicht nur seinen Bruder, den Bürgermeister, sondern auch den gesamten Stadtrat und die vormals so revolutionär gestimmte Journaille gegen sich. Je mehr Widerstand in der öffentlichen Meinung Stockmann spürt, desto härter wird sein Kampf für seine Wahrheit. In einer aufgepeitschten Bürgerversammlung hält er eine Brandrede, in der er sich in krude Theorien zur Dummheit der Masse versteigt und sich endgültig als Fanatiker isoliert.

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Henrik Ibsens Politsatire (Uraufführung 1883) lässt sich mühelos in eine gegenwärtige Auseinandersetzung über die Tragfähigkeit demokratischer Strukturen übertragen. Welche Wahrheit dient dem persönlichen und wirtschaftlichen Vorteil und welche dem Wohl der Allgemeinheit? Und wann wird Widerstand zur rücksichtslosen Selbstverwirklichung?

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