13.10.2013 08:00 Barock-Oper

Theater in München: Semele - Dreiecksbeziehungen gibt es schon seit der Antike

semele barock oper am Staatstheater am Gaertnerplatz in muenchen

Im Cuvilliéstheater setzt die international renommierte Barockspezialistin Karoline Gruber das Werk neu und hochspannend in Szene; © Christian Zach

Von: GFDK - Staatstheater am Gärtnerplatz

Dreiecksbeziehungen gibt es schon seit der Antike: Göttervater Jupiter liebt die sterbliche Prinzessin Semele von Theben und entführt sie vor der von ihrem Vater eingefädelten Hochzeit mit Prinz Athamas in seinen himmlischen Palast. Semele ist darüber sehr glücklich, galt ihr Streben doch stets Höherem. Weniger glücklich ist hingegen Jupiters Ehefrau Juno, und sie spinnt einen Plan, den Seitensprung zu hintertreiben: Juno erschleicht sich Semeles Vertrauen und weckt in ihr den Wunsch nach Unsterblichkeit.

Theater in München

Diese bekäme sie, wenn sich Jupiter ihr in seiner wahren Gestalt zeige. Dass diesem Anblick kein sterblicher Körper gewachsen ist, verrät sie jedoch nicht. Semele fällt darauf herein, und als der liebesverblendete Jupiter schwört, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, wählt sie den tödlichen. Die Hüterin der Ehe hat über ihre Nebenbuhlerin gesiegt, doch aus Semeles Asche steigt in Gestalt ihres Sohnes Bacchus eine neuerliche Bedrohung jedweden Eheglücks hervor …

Freunde der Kunst

Hätte Georg Friedrich Händel nicht die französische Sängerin Elisabeth Duparc gekannt, vielleicht hätte er »Semele« nie geschrieben. Sie war – quasi eine Marlene Dietrich des 18. Jahrhunderts – wie geschaffen für die Rollen der hochmütigen, distanzierten Schönen, und für sie schrieb der Komponist und Impresario 1743 die Partie der Semele. Damals hatte sich Händel bereits von der Opernbühne verabschiedet und dem Oratorium zugewandt, das sich in England seinerzeit zunehmender Beliebtheit erfreute.

Schauspiel in München

Die Handlung basiert auf dem Semele-Mythos aus Ovids »Metamorphosen« und war bereits 1707 von William Congreve in Librettoform gebracht worden, der damit die Tradition der Werke Henry Purcells fortsetzen wollte. In Händels Komposition verschmilzt die Oratorienform hörbar mit der der italienischen Oper, dennoch brachte der Komponist sein Werk zu Lebzeiten ausschließlich konzertant zur Aufführung. Erst 1925 erfolgte die erste vollszenische Produktion. Im Cuvilliéstheater setzt die international renommierte Barockspezialistin Karoline Gruber das Werk neu und hochspannend in Szene!

Premiere am 24.10.2013

Gunnar.Klattenhoff@gaertnerplatztheater.de