01.12.2014 08:00 von Henrik Ibsen

Theater in München: Peer Gynt - zerrissen zwischen dem Begehren, nicht er selbst sein zu wollen

peer gynt theater muenchen

Ein Außenseiter, der in der bäuerlichen Umgebung seiner norwegischen Heimat keinen Halt und keine Perspektive findet; (c) Thomas Dashuber

Von: GFDK - Residenztheater

Das berühmte Bild von der Zwiebel, die nur aus Häuten besteht und kein Inneres, kein Zentrum, keine Substanz besitzt, treibt Peer Gynt, den zweiten großen Kern-Forscher der europäischen Dramatik neben Goethes Faust, am Ende seines Lebens zur Verzweiflung.

Theater in München

Zerrissen zwischen dem Begehren, nicht er selbst sein zu wollen und nichts anderes als er selbst sein zu wollen, zwischen seinem unbändigen Freiheitsdrang, der keine Festlegung auf bestimmte Haltungen und Prinzipien erlaubt, und der Sehnsucht nach einem starken, unverwechselbaren Ich mit unwandelbaren Charakterzügen rast Peer durch die Welt. Ein Außenseiter, der in der bäuerlichen Umgebung seiner norwegischen Heimat keinen Halt und keine Perspektive findet, macht er sich auf den Weg über Amerika, wo er Großreeder wird, nach Nordafrika, wo er von Wüstensiedlungen träumt und als Prophet auftritt, bis er schließlich in der Irrenanstalt von Kairo landet.

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Die erträumte Rückkehr führt in eine radikal veränderte innere Landschaft, behaust von allegorischen Gestaltn, die Peer zwingen wollen, Bilanz zu ziehen, und von einer großen Liebe, die ein Leben lang gewartet haben könnte.

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