17.05.2011 08:00 Tanztheater nach dem Roman von Franz Kafka

Theater in München: Das Schloss, Premiere am 26.5.2011

Von: Anke Michaelis

Franz Kafkas Romanfragment DAS SCHLOSS entstand 1922 und wurde 1926 posthum von Max Brod veröffentlicht. Wie alle Romane Kafkas erlaubt auch DAS SCHLOSS vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und zählt zu den faszinierendsten Werken der Weltliteratur.

In einer Winternacht gelangt der Landvermesser K. in ein Dorf, das von einem mysteriösen Schloss und dessen Beamten beherrscht wird. Erfolglos versucht K. während der kommenden sieben Tage ins Schloss vorzudringen, um dort eine Legitimation seiner beruflichen und privaten Existenz zu erhalten.

Die Dorfbewohner, von denen er sich Hilfe erhofft, bringen den Beamten eine unerklärliche Ehrfurcht entgegen und bleiben, ebenso wie die Regeln, die in diesem Dorf gelten, rätselhaft. Gerade die Unerreichbarkeit scheint das Schloss und dessen Vertreter zum Objekt des Verlangens zu machen. Anfänglich voll Ehrgeiz und Zuversicht fühlt sich K. zunehmend ohnmächtig gegenüber der Undurchschaubarkeit des Systems.

In surrealen Bildern zeigt Hans Henning Paars Choreographie die Aussichtslosigkeit von K.s Handeln, seine vergeblichen Versuche, sich dem Schloss und der anhängenden Bürokratie zu nähern: K.s unbegreifliche Beharrlichkeit führt ihn stets kreisförmig an den Ausgangspunkt zurück. Seine Beziehungen zu den seltsamen Dorfbewohnern bieten neben beklemmenden auch skurrile Szenen.

Wie in einem Alptraum bewegen sich die Protagonisten durch ein Labyrinth undurchsichtiger Verhältnisse, in dem selbst materielle Objekte sich eigenartig zu verselbstständigen scheinen.

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