29.06.2014 08:00 von Wajdi Mouawad

Theater in Mönchengladbach: Verbrennungen - eine Gegenwartstragödie von antiker Wucht

Wajdi Mouawad theater

Fassungslos blicken die Zwillinge Jeanne und Simon auf das Testament ihrer Mutter Nawal; (c) siehe Bild

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Fassungslos blicken die Zwillinge Jeanne und Simon auf das Testament ihrer Mutter Nawal.

Theater in Mönchengladbach

Vor fünf Jahren war ihre Mutter in völliges Schweigen gefallen, und nun spricht sie zu ihnen – durch ihren letzten Willen. Jeanne trägt sie auf, ihren Vater zu suchen, Simon soll seinen Bruder finden. Hatte sie nicht gesagt, der Vater sei tot? Warum wurde ein weiterer Sohn nie erwähnt?

Simon erklärt die Mutter für verrückt, seiner Schwester aber lässt das geheimnisvolle Testament keine Ruhe. Sie beschließt, ihre Wurzeln in einem fremden Land suchen zu gehen. Schritt für Schritt setzt sich eine ungeheuerliche Lebensgeschichte zusammen, eine Geschichte aus einem nicht enden wollenden Krieg, eine Geschichte, für deren Offenbarung die Mutter zu Lebzeiten keine Kraft hatte.

Der in Kanada und Frankreich lebende Theaterregisseur und Schriftsteller Wajdi Mouawad wurde 1968 im Libanon geboren. Als Kind flüchtete er mit seiner Familie vor dem libanesischen Bürgerkrieg. Verbrennungen (Originaltitel: Incendies) brachte Wajdi Mouawad 2003 mit der von ihm geleiteten Theatercompagnie in Kanada zur Uraufführung. Seit 2006 ist es mit  großem Erfolg auch an vielen deutschsprachigen Bühnen gespielt worden.

Freunde der Kunst

Verbrennungen ist eine Gegenwartstragödie von antiker Wucht. Mit dem libanesischen Bürgerkrieg als Hintergrund und aktuell neu beleuchtet durch die Umbrüche des Arabischen Frühlings, aber verfasst über den Tag hinaus. “Verbrennungen ist kein Stück über den Krieg. Es ist ein Stück über den Versuch, in einer unmenschlichen Situation seine Versprechen als Mensch zu halten.” (Wajdi Mouawad)

sabine.mund@remove-this.theater-kr-mg.de