04.01.2015 08:00 Fantastische Oper

Theater in Mönchengladbach: Hoffmanns Erzählungen - der Dichter Hoffmann ist unglücklich

Hoffmanns Erzaehlungen oper

“Les Contes d’Hoffmann” ist eine der wenigen Opern des ansonsten für

Hoffmanns Erzaehlungen moenchengladbach

seine Operetten berühmten Jacques Offenbach; (c) siehe Bild

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Der Dichter Hoffmann ist unglücklich. Er hat Angst, dass seine Geliebte,
die berühmte Sängerin Stella, ihn verlassen wird, so wie alle anderen Frauen vor ihr auch.

Theater in Mönchengladbach

Während Stella in einer Opernvorstellung singt, wartet er im benachbarten Weinkeller auf sie. Angefeuert von seinen Trinkkumpanen beginnt Hoffmann von den drei großen unglücklichen Lieben seines Lebens zu erzählen: Dass die wunderschöne Olympia eigentlich nur ein menschen-ähnlicher Automat war, erkannte er erst, nachdem die Zauberbrille des unheimlichen Coppelius zu Bruch ging. Antonia war Künstlerin und litt an einer geheimnisvollen Krankheit, an der sie schließlich zugrunde ging. Und die venezianische Kurtisane Giulietta stand unter dem bösen Einfluss des mephistophelischen Kapitäns Dapertutto und verließ Hoffmann – für einen buckligen Zwerg! Realität und Fiktion beginnen sich im Kopf des Dichters in einem fantastischen Fabulierrausch mehr und mehr zu vermischen …

“Les Contes d’Hoffmann” ist eine der wenigen Opern des ansonsten für
seine Operetten berühmten Jacques Offenbach. Im Wettlauf mit der ihm noch verbleibenden Lebenszeit konnte er zwar den Großteil der Komposition fertig stellen, eine detaillierte Ausarbeitung sowie das Miterleben der Uraufführung 1881 blieben ihm jedoch verwehrt.

Sujet der fantastischen Oper ist der romantische Dichter, Komponist und
Karikaturist E. T. A. Hoffmann (1776-1822), der eine Vielzahl von schaurigschönen Geschichten und Novellen, seine sogenannten Nachtstücke, hinterließ. Seine berühmteste, der auch die Figur der Olympia entstammt, ist sicherlich “Der Sandmann”.

Freunde der Kunst

In Offenbachs fulminantem Werk wird der Dichter nun selbst zur Opernfigur und begegnet seinen erschaffenen Protagonistinnen auf diese Weise leibhaftig – was Hoffmann sicherlich gefallen hätte!So changiert die vielschichtige Bühnenhandlung zwischen Traum und Wirklichkeit, und auch die Musik pendelt zwischen operettenhaft-ironischem Tonfall und süffigen Opernklängen.
Das Ergebnis ist ein faszinierendes Kaleidoskop aus Zauberei und Sinnestäuschungen und ein Plädoyer für die Kunst, die Leidenschaft und die rauschhafte Ekstase.

saskia.fetten@remove-this.theater-kr-mg.de