31.12.2014 08:00 Oper von Giuseppe Verdi

Theater in Krefeld: Stiffelio - die Handlung deckt den Ehebruch einer protestantischen Pfarrersfrau auf

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Erst Ende des 20. Jahrhunderts (!) wurde Stiffelio in seiner ursprünglichen Gestalt für die Opernbühne wiederentdeckt; (c) siehe Bild

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Neue, kühne Stoffe, kühn bis zum äußersten, das forderte Giuseppe Verdi für die Opernbühne. Und kühn war tatsächlich, was Verdi 1850 dem Publikum mit seiner Oper Stiffelio präsentierte: Die Handlung deckt den Ehebruch einer protestantischen Pfarrersfrau auf, doch statt moralischer Verwerfung steht am Ende ein großherziges Verzeihen.

Theater in Krefeld

Ohne historische Verkleidung legte Verdi seine Oper als ein aktuelles Zeitstück an und rief damit die Zensur auf den Plan, die zahlreiche Änderungen am Libretto erzwang. Aber auch das Publikum im katholischen Italien war über das Sujet höchst irritiert und reagierte mit Unverständnis. Verdi zog die Oper schließlich für Aufführungen zurück und erstellte sieben Jahre später eine weniger überzeugende Neufassung unter dem Titel Aroldo, die die Handlung in das Milieu der Kreuzfahrer verlegte.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts (!) wurde Stiffelio in seiner ursprünglichen Gestalt für die Opernbühne wiederentdeckt – nicht nur als ein musikalisch reifes Werk, das zeitgleich mit Verdis Rigoletto entstand. Auch in seiner Dramaturgie mutet Stiffelio heutzutage wieder modern an. Die Charaktere wirken wie von Henrik Ibsen oder August Strindberg erdacht und werden durch Verdis Musik als vielschichtige Figuren gezeichnet: zerrissen in ihrem moralischen Anspruchsdenken und verloren in ihren Beziehungen zueinander.

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