29.05.2014 08:00 Ballett von Robert North

Theater in Krefeld: Lachen und Weinen - geprägt durch die allgegenwärtige Tradition der Wiener Klassik

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Für seine neoklassische Choreografie ließ sich North durch Klaviermusik von Frédéric Chopin inspirieren; (c) siehe Bilder

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Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Auch in der Spielzeit 2013/2014 schenkt Robert North seinem Publikum wieder eine neue Ballettkreation.

Eindrücke und Erinnerungen, die wie Kapitel aufgeschlagen werden, spielen dabei eine zentrale Rolle. Auf die für ihn so typische, bewegende und leichtfüßig grazile Weise spürt North in Lachen und Weinen (UA) dem Schicksal und seinen verschiedenen, manchmal verschlungenen Lebenswegen nach.

Theater in Krefeld

So begegnen wir im ersten Teil des Balletts einem Paar, das auf viele gemeinsame Jahre zurückblicken kann: Auf einer Bank im Park verweilend, erinnern sich beide an glückliche wie traurige Momente ihres gemeinsamen Lebens. Für seine neoklassische Choreografie ließ sich North durch Klaviermusik von Frédéric Chopin inspirieren, die mit ihrem Reichtum an Stimmungen kunstvoll filigran in vielen Facetten funkelt – von jugendlicher Leidenschaft bis zu Melancholie und Tristesse.

Eine Schubertiade der besonderen Art verspricht hingegen der zweite Teil des Abends. Ich bin für nichts als das Komponieren auf die Welt gekommen, beschreibt Franz Schubert seine Berufung. Der Schöpfer des Kunstliedes fühlte sich im Freundeskreis stets wohler als im Licht der Öffentlichkeit und lebte in bescheidenen Verhältnissen.

Freunde der Kunst

Geprägt durch die allgegenwärtige Tradition der Wiener Klassik markiert sein Wirken den Übergang zu einer subjektiven Weltsicht und Tonsprache, die zunehmend die Zerrissenheit und Einsamkeit des Individuums thematisiert und den Zeitgeist der beginnenden Romantik widerspiegelt. Diese Atmosphäre Wiens zu Beginn des 19. Jahrhunderts lässt Robert North in seiner zweiten Choreografie lebendig werden. Er wählte berühmte Lieder Schuberts – u. a. aus dem Zyklus “Winterreise” – und verschiedene Streichquartette, aus, um sich dieser spannenden Künstlerpersönlichkeit zu nähern und dessen Lebensreise tänzerisch zu gestalten. Dabei spielt auch das unheimliche, romantische Motiv des Doppelgängers – mit seiner Verwandtschaft zum Todesboten – eine bedeutsame Rolle.

sabine.mund@remove-this.theater-kr-mg.de