11.10.2014 08:00 Jean-Baptiste Lully

Theater in Kiel: Atys - eine Oper über die Grausamkeit der Liebe

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Die Oper Kiel wagt sich mit Atys an ein in Deutschland quasi unbekanntes Repertoire – die französische Tragédie en Musique von Jean-Baptiste Lully; Foto: Olaf Struck

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Von: GFDK - Theater Kiel

Eine Oper über die Grausamkeit der Liebe: Atys liebt die schöne Sangaride, ist aber auch der Günstling der Göttin Cybele, die ihn als Priester für sich verlangt.

Theater in Kiel

Doch Atys entscheidet sich für seine Liebe und verurteilt sie dadurch zum Tode. Aus Rache schlägt Cybele ihn mit Wahnsinn und lässt ihn Sangaride erstechen – vor Schmerz über seine Tat bringt Atys auch sich um, doch Cybeles Mitleid verwandelt den Sterbenden in eine Pinie.

Dieses Stück als Rarität zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung: Die Oper Kiel wagt sich mit Atys an ein in Deutschland quasi unbekanntes Repertoire – die französische Tragédie en Musique von Jean-Baptiste Lully! 1676 errang der Hofkomponist Ludwigs XIV. mit Atys, der Lieblingsoper des Sonnenkönigs, einen seiner größten Triumphe. Die gesamte Prachtentfaltung des französischen Hofes kommt in diesem frühen Gesamtkunstwerk zum Ausdruck – Sprache, Gesang, Tanz und spektakuläre Maschinerien überwältigten ein staunendes Publikum.

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1987 wurde mit der Ausgrabung von Atys in Paris die szenische Wiederentdeckung der französischen Barockoper eingeläutet. Für die Kieler Inszenierung konnte mit Lucinda Childs eine der prägenden Choreographinnen des 20. Jahrhunderts gewonnen werden, die das Ballett Kiel und unser Opernensemble in eine sicherlich faszinierende Verbindung setzen wird.

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