20.11.2014 09:00 Musik von Richard Rodgers

Theater in Kassel: The Sound of Music - erzählt von Maria, Novizin und Hauslehrerin bei Baron Trapp

The Sound of Music kassel

The Sound of Music basiert auf der Vita der Maria von Trapp, die 1939 vor Hitler flüchtete und mit ihrer »Trapp-Familie« auf Volksliedtournee durch Amerika ging; (c) N. Klinger

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Von: GFDK - Staatstheater Kassel

Ah, Salzburg! Burgen, Glocken, Nockerl, Dirndl: ewiges Edelweiß! Und über den Almen der Klang des Guten, Wahren, Schönen! Wenn etwas in den USA das Bild Österreichs prägte, dann The Sound of Music von 1959, dessen Kinoversion (1965) als einer der meistgesehenen Filme aller Zeiten gilt.

Theater in Kassel

Es war die letzte Co-Arbeit von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II, jenes Broadway-Teams, welches das Musical zur amerikanischen Volksoper formte – sehr bewusst als ästhetische »republicans« gegen Avantgarde-»democrats« wie Sondheim und Bernstein. THE SOUND OF MUSIC erzählt von Maria, Novizin und Hauslehrerin bei Baron Trapp. Verwitwet, hat dieser sich der Welt verschlossen. Maria indes bringt dem Haus »die Musik zurück« – und Liebe ins Leben des Barons. Doch 1938 kommen die Nazis. Trapp soll zur Kriegsmarine. Aufrecht erteilt er jedem Lockruf eine klare Absage. Mit Hilfe von Marias Nonnen gelingt die Flucht.

The Sound of Music basiert auf der Vita der Maria von Trapp, die 1939 vor Hitler flüchtete und mit ihrer »Trapp-Familie« auf Volksliedtournee durch Amerika ging. Rodgers & Hammerstein verzichteten auf Originalsongs; sie erfanden anhand österreichischer »traditionals«, etwa aus Alpentänzen, neue Klangwelten für ihre Trapps. Warmleuchtend und raffiniert (die Flucht vom Nazi-Konzert zitiert ironisch eine Haydn-Sinfonie), ein perfekt-populäres Stück Musik. Fast zu perfekt.

Freunde der Kunst

The Sound of Music malt eine Zauberwelt, als wohne der Zauberer von Oz in den Alpen und Disney an der Salzach: Salzburg als Schneekugel des Souvenirkitschs, wo Patriotismus im Edelweiß erblüht, einzig bedroht vom Dunkel des Dritten Reiches. Amerika als Asyl Schuberts, derweil man die Alpen befreit. Aber jeder Schönheit droht umso mehr das Hässliche, je idealer sie sich gebärdet. Die Rettung am Ende des Musicals war in der Realität der Anfang des Grauens: genau unter jenem kornblumenblau klingenden Himmel. Und so, vielleicht, gemahnt uns die Schönheit des The Sound of Music, wenn wir aufmerksam hören, doch eben an das – an ihr Gegenteil.

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