10.10.2014 09:00 von Noah Haidle

Theater in Kassel: Smokefall - ein Stück zwischen Clownerie und Traurigkeit

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Ein Stück zwischen Clownerie und Traurigkeit, welches mit Wiedergeburt und Ewigkeit spielt und Generationen einer Familie zeigt; (c) N. Klinger

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Von: GFDK - Staatstheater Kassel

Wenn in einer zugigen Kirche der Rauch niedersinkt – nur durch Zeit wird Zeit überwunden, so heißt es in einem Gedicht des Lyrikers Thomas S. Eliot.

Theater in Kassel

Auf diesen poetischen Moment spielt Noah Haidle an, im Titel seines neuesten Stückes Smokefall, das in Kassel zur deutschsprachigen Erstaufführung gelangt. Ein Schauspiel über die Herrschaft der Zeit und darüber, wie der Mensch diese Herrschaft brechen kann. Eine sehr amerikanische Familie: die schwangere Mutter macht Frühstück, der alte Colonel legt ein Puzzle, der Mann ist auf dem Weg ins Büro und die Tochter auf dem Gang zur Schule. Alles scheint sonnig und friedlich, von kleineren Seltsamkeiten abgesehen – der Colonel ist nicht mehr ganz beieinander und die Tochter ernährt sich von Erde, Chrysanthemen und Anoraks.

Und doch ist es der Morgen, an dem Daniel, der Ehemann, nicht mehr heimkehren wird. Was ist geschehen, dass dieser Vater einer bildschönen Tochter, zukünftiger Vater von Zwillingen, an diesem Tag das Haus verlässt, um nie wieder (zu Lebzeiten!) zurückzukehren? Nach der erfolgreichen Weltpremiere von Lucky Happiness Golden Express  zum Auftakt der Spielzeit 2013/14 setzt das Staatstheater seine Zusammenarbeit mit Noah Haidle fort.

Der junge amerikanische Autor aus Grand Rapids entwirft mit Smokefall ein rätselhaftes Märchen, voller mythischer Anspielungen und sich in Religionen verwandelnder Realitäten. Einen Kosmos in Kreisen aus Erde und Luft – und mit einem magischen Apfelbaum. Wie lange dauert ein Augenblick, wenn wir glücklich sind? Wie schmeckt ein Sauvignon Blanc, wenn man noch gar nicht geboren wurde? Welche Grausamkeiten werden wann wirksam, jetzt oder erst bei meinen Enkelkindern? Ist es besser, zur Welt zu kommen oder, wie die antiken Pessimisten meinten: lieber nicht? Ein Stück zwischen Clownerie und Traurigkeit, welches mit Wiedergeburt und Ewigkeit spielt und Generationen einer Familie zeigt, wie sie durch die Zeiten wachsen, vom Uterus bis in die Antarktis wandern – um zurückzukehren an die Wurzel des Lebens, das Haus, jener Heimat, wo eine Mutter dereinst das Paradies erträumte.

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