08.09.2012 07:22 Liebe als identitätsstiftende Kraft

Theater in Kassel: Amphitryon von Heinrich von Kleist - Premiere 14.09.2012

Von: Astrid Horst

Als der siegreiche Feldherr Amphitryon voller Sehnsucht nach seiner schönen Gattin Alkmene von der Schlacht nach Hause kommt, muss er mit Entsetzen feststellen, dass diese ihm mit glänzenden Augen von der überwältigenden Liebesnacht berichtet, die sie gestern schon mit ihm erlebt haben will. Auch sein Diener Sosias wird vor seiner eigenen Haustür von einem Doppelgänger begrüßt – und mit Prügeln verjagt. Wer anders als die olympischen Götter können dahinterstecken? Jupiter hat sich in Gestalt Amphitryons eine Nacht mit Alkmene erschlichen und Merkur musste ihn bei diesem Abenteuer begleiten – nicht ohne zur Entschädigung für diesen Botendienst zum eigenen Vergnügen kräftig Verwirrung unter den Sterblichen zu stiften.

Bis an die Schmerzgrenze lotet Kleist in seinem Lustspiel die Verwirrungen aus, in die unsere so fest geglaubte Identität geraten kann. Die Liebe als identitätsstiftende Kraft kommt ins Trudeln, wenn die göttlichen Doppelgänger sich in die Beziehungen der Menschen einmischen. Wen liebt Alkmene? Amphitryon? Als Gott? Als Mensch? Doch bei Kleist steckt der Virus des Zweifels selbst die Götter an: Wie gerne hätte Jupiter die prinzipienstarke Frau als Gott verführt – wie schmählich, dass er dazu eines Sterblichen Gestalt annehmen musste.

In schwindelerregenden Verwirrungen zwischen Liebeslust und blanker Panik klärt sich am Ende alles auf. Amphitryon wird zur Entschädigung für seine beschädigte Männerehre ein berühmter Sohn versprochen: Herkules. Und Alkmene beendet das Stück mit dem wohl berühmtesten Ausruf der Theaterliteratur, der Menschenwelt und Götterwelt gleichermaßen durchweht: »Ach!«

Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Ulrike Obermüller
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Michael Volk

 

Mit: Agnes Mann (Alkmene, Gemahlin des Amphitryon), Christina Weiser (Charis, Gemahlin des Sosias), Bernd Hölscher (Amphitryon, Feldherr der Thebaner), Enrique Keil (Jupiter, in der Gestalt des Amphitryon) Uwe Steinbruch (Sosias, sein Diene), Jürgen Wink (Merkur, in der Gestalt des Sosias)

 

Premiere: 14.09.2012, Termine bis 17.10.2012

 

Astrid Horst 

Leiterin der Presse und Öffentlichkeitsarbeit


 
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