08.10.2013 09:00 Giacomo Puccini

Theater in Heidelberg: Tosca - Bislang waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein

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todbringende Willkür eines Unrechtssystems; (c) Florian Merdes

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Von: GFDK - Theater Heidelberg

Bislang waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein«, schrieb Giacomo Puccini über Tosca. Und in wahrhaft grausamen Bildern zeichnet er hier die Absurdität und todbringende Willkür eines Unrechtssystems: Ausgehend von der Französischen Revolution dringen republikanische Kräfte nach Italien, die in Rom von Baron Scarpia mittels eines brutalen Polizeiapparats bekämpft werden.

Theater in Heidelberg

Durch Zufall geraten auch der Maler Mario Cavaradossi und seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca, in die Fänge der Spitzel. Tosca, von Scarpia heftig begehrt, wird zum Instrument der Ermittlungen, zum sexuellen Opfer, und entkommt seiner Macht selbst dann nicht, als sie ihn ersticht: Am Ende müssen sie und ihr Geliebter sterben.

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An der Verstrickung von Privatem und Politischem wird die Perfidie und Unentrinnbarkeit eines Machtsystems deutlich, das Kirche und Staat in sich verschränkt. Ob Tosca, als Frau und Künstlerin ohnehin der Gesellschaft ausgeliefert, oder der gutsituierte bürgerliche Künstler Cavaradossi: ist die politische Falle einmal zugeschnappt, gibt es kein Entkommen mehr. Und selbst Scarpia ist nicht nur Nutznießer, sondern auch Opfer der herrscherlichen Macht, die sich als psychische Perversion in ihm niederschlägt.

sonja.zirkler@remove-this.heidelberg.de