17.10.2013 07:00 von Anton Tschechow

Theater in Hannover: Drei Schwestern - wenn das Leben so wäre, dass alles jünger und schöner wird

drei schwestern von Anton Tschechow am theater hannover

Ist das Leben vorbei, oder fängt es jetzt erst an; © Katrin Ribbe

Von: GFDK - Staatstheater Hannover

»Oh, wenn das Leben so wäre, dass alles jünger und schöner wird!« Als Tschechow 1900 in Jalta, fern von Moskau, an den Drei Schwestern arbeitete, war er bereits deutlich von schwerer Krankheit gezeichnet. Vielleicht sind deshalb seine Figuren so voller Leben und bereit, sich der Liebe hinzugeben. Sie haben einen solchen Drang zum Leben, dass sie oft gerade deshalb am ihm scheitern.

Theater in Hannover

Wie soll man leben? Nach Moskau, nach Moskau! Olga, Mascha und Irina wünschen nichts sehnlicher, als in die Stadt ihrer Kindheit, die zum Sehnsuchtsort verklärt wird, zurückzukehren. Einzig die Hoffnung, dass ihr Bruder Andrej einen Ruf als Professor an die Moskauer Universität erhält und sie dann mitnehmen wird, lässt Olga, Mascha und Irina die Provinz noch aushalten.

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Am Anfang des Stückes steht Irinas Namenstagsfeier, die das Trauerjahr um den verstorbenen Vater ablöst. Eine Befreiung! Tod und Leben aufs engste miteinander verwoben. Die Handlung wirbelt weiter, und vielleicht hat das Leben und Lieben der tschechowschen Figuren das große Feuer im dritten Akt entfacht. Da sind die Soldaten, die für diese Ablenkung und Verwirrung der Gefühle gesorgt haben, schon fast abgezogen. Am Ende sind die drei Schwestern allein. Andrej hat sich in der  Provinz eingerichtet, Moskau ist in unerreichbare Ferne gerückt, und es stellt sich die Frage: Ist das Leben vorbei, oder fängt es jetzt erst an?

claudia.pahl@remove-this.staatstheater-hannover.de