21.11.2013 09:30 von Henrik Ibsen

Theater in Graz: Ein Volksfeind - beißende Kritik an den korrupten Seilschaften einer profitorientierten Gesellschaft

ein volksfeind am schauspielhaus in graz

Wer hat Recht und wer die Macht; (c) Lupi Spuma

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Von: GFDK - Schauspielhaus Graz

Katrine Stockmann entdeckt, dass die Heilquelle der Stadt durch Industrieabwässer lebensbedrohlich verschmutzt worden ist. In ihren Augen gibt es nur eine Lösung: den Badebetrieb umgehend einzustellen und die nachlässig verlegten Leitungen zu erneuern. Im Interesse der Stadt will die Kurärztin den Befund in der Zeitung publik machen. Das Vorhaben stößt zunächst auf regen Zuspruch. Die Redaktion der Lokalpresse und wichtige Vertreter des Bürgertums sichern der Ärztin ihre volle Unterstützung zu.

Theater in Graz

Als der machtbewusste Stadtvorsteher – Katrines Bruder Peter – der Bevölkerung die hohen Umbaukosten, den drohenden Imageschaden und den Einnahmeverlust während der Sanierung vor Augen führt, wendet sich das Blatt.

Schauspielhuas in Graz

Die Unterstützer beginnen an der Glaubwürdigkeit der Ärztin zu zweifeln, kehren ihr den Rücken und versuchen, den Skandal zu vertuschen. Doch Katrine beharrt auf der unbequemen Wahrheit. Als sie auf einer Volksversammlung neben dem Wasser auch das gesamte Bürgertum der Stadt als vergiftet bezeichnet, wird sie zum Volksfeind erklärt.

Ein Volksfeind von Henrik Ibsen

Henrik Ibsens Stück ist 1882 als Angriff auf die aufkommende Profitgier in der Zeit des frühen Kapitalismus entstanden. Seine beißende Kritik an den korrupten Seilschaften einer profitorientierten Gesellschaft beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen Fanatismus und Demokratie, zwischen Geld und Moral, zwischen Kosten und Nutzen und stellt die entscheidenden Fragen: Wer hat Recht? Und wer hat die Macht?

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