12.07.2014 09:00 für alle ab 12

Theater in Freiburg: Momo - Familienstück nach dem Roman von Michael Ende

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Arbeitszeitverdichtung, Hektik, digitale Welt, Burnout: Michael Ende hat vor über 40 Jahren, in einen spannenden Märchen-Roman für Jugendliche gekleidet; © Maurice Korbel

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Von: GFDK - Theater Freiburg

Im Heute-Land ist die Gesellschaft der Grauen Herren am Werk. Ihr Ziel ist es, die Menschen dazu zu bringen, möglichst viel Zeit zu sparen.

In Wahrheit aber werden die Menschen um ihre Zeit betrogen: Während sie versuchen, Zeit für später zu sparen, vergessen sie, im Hier und Jetzt zu sein. Und je »schneller« sie leben, desto »kürzer« werden ihre Tage und Wochen. Denn Zeit ist nicht Geld: Zeit kann man nicht für später aufbewahren. 

Theater in Freiburg

Dem zwielichtigen Treiben der Grauen Herren von der Zeitsparkasse stellt sich Momo entgegen, ein altersloses Mädchen, das vor allem eines kann: zuhören. Mit dieser Eigenschaft unterläuft sie die hektische, konsum- und profitgierige Lebensart, die alle Menschen angesteckt hat. Sogar ihre besten Freunde, Gigi, der Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer, lassen sie gezwungenermaßen im Stich. Momo muss daher allein, nur unterstützt von Meister Hora, dem geheimnisvollen »Verwalter der Zeit«, und geführt von der Schildkröte Kassiopeia den Kampf gegen die durchrationalisierte Business-Welt der Grauen Herren aufnehmen. Gelingt es ihr, die Zeit für die Menschen wieder zurückzugewinnen?

Arbeitszeitverdichtung, Hektik, digitale Welt, Burnout: Michael Ende hat vor über 40 Jahren, in einen spannenden Märchen-Roman für Jugendliche gekleidet, weitsichtig eine Welt beschrieben, die in vielem heute Realität geworden ist. Mit seiner einfachen und doch komplexen Botschaft – nehmt euch mehr Zeit – ist die Geschichte von Momo und den Zeitdieben heute aktueller denn je: Wann habe ich das letzte Mal etwas Schönes, vollkommen Nutzloses gemacht?  

Freunde der Kunst

Michael Ende wurde am 12. November 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Sein Vater war Kunstmaler, in dessen Atelier Michael Ende früh mit Kunst und Kultur in Berührung kam. Nach dem Schulabschluss versuchte er sich zunächst als Schauspieler und verfasste dann Filmkritiken und Texte für politische Kabaretts.Mit 27 Jahren schrieb er sein erstes Kinderbuch »Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer«. Das Buch, das zunächst niemand drucken wollte, wurde ein Welterfolg und in viele Sprachen übersetzt. Michael Ende, der immer wieder betonte, dass er nicht für Kinder, sondern für das »ewig Kindliche« im Menschen schreibe, erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Werk, u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis 1974 für »Momo«. Seine fantastischen Erzählwerke »Momo« (1973) und »Die unendliche Geschichte« (1979) wurden beide erfolgreich verfilmt. Michael Ende starb am 28. August 1995 in Filderstadt.

bettina.birk@remove-this.theater.freiburg.de