28.04.2015 09:00 Oper von Giuseppe Verdi

Theater in Freiburg: Der Troubadour - die seelischen Verwerfungen einer aus den Fugen geratenen Familie

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Bedingungslos dreht sich die Spirale der Gewalt weiter und lässt keinen zur Ruhe kommen; Fotos: Rainer Muranyi

oper freiburgDer Troubadour freiburg
Von: GFDK - Theater Freiburg

Die seelischen Verwerfungen einer aus den Fugen geratenen Familie, wie wir sie in beinahe jeder Verdi-Oper eindringlich vorgeführt bekommen, führen im 1853 uraufgeführten »Troubadour« schier ins Bodenlose: Als Rache für ihre hingerichtete Mutter will Azucena – als Hexe von der Gesellschaft gleichermaßen gefürchtet und ausgestoßen – den Adelsspross Manrico bei lebendigem Leib verbrennen, wirft aber in ihrer Raserei den eigenen Sohn in die Flammen.

Theater in Freiburg

Die Ungeheuerlichkeit dieses Mordes am eigenen Kind kann sie nur rigoros verdrängen, sonst gäbe es für sie kein weiteres Überleben. Manrico gibt sie als ihr Kind aus, zieht es im harten Umfeld der gesellschaftlich Geächteten auf. Oder ist dies ein neuer Schachzug ihres Rache-feldzuges? Bedingungslos dreht sich die Spirale der Gewalt weiter und lässt keinen zur Ruhe kommen, so wie die verdrängte Vergangenheit sich immer wieder ihren Weg ins Bewusstsein bahnt: Überall singt man die Lieder von den lodernden Flammen.

"Rudi Gaul, der vom Film kommt, und der Dramaturg Heiko Voss führen Regie. Für beide ist es die erste Operninszenierung - und sie reüssieren. Die jungen Regisseure entwickeln eine schlüssige Bildsprache mit suggestiver Symbolik. Die vom Librettisten Salvatore Cammarano auf Einzelbilder zugeschnittene, wüste Handlung erhellen sie in Schlaglichtern und bringen sie zu einem dunklen Leuchten." (Klassik.com)

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