26.02.2016 07:42 goethe

Theater in Frankfurt: IPHIGENIE - kann Humanität den Schrecken dieser Erde überwinden?

Theater in Frankfurt: IPHIGENIE

Der düstere Schlachthof wird in IPHIGENIE zum hellen Aufenthaltsort. Foto: Seweryn Zelazny

Von: GFDK - Francesco Ravazza

Iphigenie macht aus der Opferstätte der Diana einen Schutzraum für Fremde. Die althergebrachte Vätersitte, die an der Küste von Tauris (heute: die Krim) Gestrandeten zu schlachten, hat sie umgewandelt in ein Gastrecht für Fremde.

Der düstere Schlachthof ist zum hellen Aufenthaltsort geworden. Die Kriegsstätte hat sie den Männern abgenommen, nicht gewaltsam, sie hat sie bezaubert, die Männer.Nun spielen Kinder ohne Angst an diesem Ort, Kinder, die mit ihrem bewusstlosen Spiel Iphigenie an die eigene Kindheit gemahnen: an ihre Schwester Elektra, an ihren Bruder Orest, an den Cousin Pylades. Eine Göttin hatte einst Iphigenies Blut gewollt – ihrem Vater, Agamemnon,  abverlangt, er solle die Tochter opfern, dann gäbe es Wind für seine Kriegsflotte nach Troja.

Der Vater gehorchte. Doch die Göttin überlegte es sich anders, hüllte Iphigenie in eine Wolke und brachte sie nach Tauris in ihr Heiligtum. Iphigenie ist heil geblieben und heilt.Der Herrscher in Tauris /Auf der Krim ist ein Kriegsherr. Tod und Liebe, davon versteht er was.

Die letzte Schlacht siegreich geschlagen, das feindliche Lager, das ihm das Liebste nahm, seinen Sohn, ausgelöscht. Jetzt will er die Liebe – Er will die Frau – Will der Göttin die Jungfrau entreißen. Nur die Priesterin selbst – Sie will nicht. Und so wird das Schlachten auf Tauris/Auf der Krim wieder eingeführt.

Zwei Fremde, über das Meer gekommen, sind die ersten. Es sind Orest und Pylades. Familienzusammenführung. Iphigenie soll schlachten!

Orest klebt das Blut der Mutter an den Händen. Sie war es, die ihrer Tochter, Iphigeniens vermeintlichen, Tod mit dem Tod ihres Mannes vergolten hat. Und mit Muttermord hat Orest, der Sohn, den Vatermord schließlich gesühnt.

Schauspiel am Theater Willy Praml

Weitere Termine:

Fr 26./ Sa 27.02./ Fr 04.03./ Sa 05. 20.00 Uhr

So 21./ So 28.02./ So 06.03. 19.00 Uhr

(auch noch im April und Mai)

 Spieldauer: 1.50h ohne Pause

 Regie. Willy Praml

Bühne/ Kostüme: Michael Weber

Mit: Jakob Gail, Birgit Heuser, Michael Weber und einem Kinderchor.

Preise: 18 € normal / 14 € ermäßigt / 9 € Schüler und Studenten / 7 € Frankfurt-Pass