16.10.2013 09:00 Friedrich Dürrenmatt

Theater in Frankfurt: Die Physiker - nichts kann rückgängig gemacht werden, was eonmal gedacht wurde

schauspiel in frankfurt zeigt physiker von Friedrich Duerrenmatt

Drei geniale Physiker, oder besser: drei Personen, die glauben, sie seien geniale Physiker; © Birgit Hupfeld

die physiker am schauspiel frankfurt
Von: GFDK - Schauspiel Frankfurt

In einem verschwiegenen Städtchen in der Westschweiz, vor verträumtem Alpenpanorama, liegt ein kleines Sanatorium, »Les Cerisiers«, das sich ausschließlich der Pflege von Privatpatienten widmet. Doch so freundlich schweizerisch das alles daherkommt – bei den Patienten handelt es sich um gefährliche Verrückte: Newton, Einstein, Möbius.

Theater in Frankfurt

Drei geniale Physiker, oder besser: drei Personen, die glauben, sie seien geniale Physiker. Sie sind in der so genannten »Villa« des Sanatoriums untergebracht. Denn sie haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie verlieben sich in ihre Krankenschwestern, dann bringen sie sie um. Das führt zu polizeilichen Ermittlungen, die der Leiterin des Sanatoriums, Fräulein von Zahnd, gehörig lästig fallen. Denn naturgemäß sind Todesfälle in der Therapie von Schwerstverrückten eine Normalität. Oft sogar ein Therapie-Erfolg.

Und nicht allein die Physiker, auch Fräulein von Zahnd hat gewisse Geheimnisse, die sie ungern an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt sähe. Aber so etwas ist in der Schweiz ja auch normal. Und am normalsten ist, dass die Verrückten im verträumten Sanatorium klarer sehen als irgendjemand in der Welt da draußen, welches das entscheidende Problem der Menschheit im 21. Jahrhundert ist: dass wir uns nicht dümmer stellen können als wir sind. Und dass unsere Klugheit doch nicht ausreicht, die Zerstörungskraft unserer eigenen Gedanken zu verstehen.

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Dürrenmatts Stück aus dem Jahre 1962 wird inszeniert von Markus Bothe, der am Schauspiel Frankfurt Regie geführt hat bei »Roter Ritter Parzival« (ausgezeichnet mit dem Faust-Preis 2010) und »Ein Sommernachtstraum«. Bothe arbeitete in Basel, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Freiburg und Bremen, außerdem an Opernhäusern in Wiesbaden, Berlin, Wien und Washington.

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