02.10.2014 09:00 Giacomo Puccini

Theater in Erfurt: Madama Butterfly - zählt zu den erfolgreichsten Werken des Repertoires

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Die junge Geisha Cio-Cio-San träumt von einem Leben mit Leutnant Pinkerton; (c) Theater Erfurt

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Von: GFDK - Theater Erfurt

Die junge Geisha Cio-Cio-San träumt von einem Leben mit Leutnant Pinkerton.

Theater in Erfurt

Für den Amerikaner aber ist die Verbindung zu seiner „Schmetterlings-Dame“ nur eine Ehe auf Zeit, während sie für die Japanerin schwerwiegende Folgen hat: Da sie nach der Trauung auch zum Christentum konvertiert, wird sie von ihrer Verwandtschaft verstoßen. Pinkerton geht schon bald nach der Hochzeit zurück nach Amerika, Cio-Cio-San bringt den gemeinsamen Sohn alleine zur Welt. Sie lebt ärmlich und zurückgezogen, weist aber die Heiratsgesuche des Fürsten Yamadori ab, da sie fest an die Rückkehr ihres Mannes glaubt.

Nach drei Jahren kündigt Pinkerton sein Kommen an. Er wagt es nicht, Cio-Cio-San an der Seite seiner neuen Frau Kate unter die Augen zu treten. Cio-Cio-San aber erkennt, dass Pinkerton nicht um ihretwillen gekommen ist, sondern um das Kind nach Amerika zu holen. Einzig im Freitod sieht sie nun einen Ausweg, ihre Ehre zu bewahren.

Puccinis Madama Butterfly zählt zu den erfolgreichsten Werken des Repertoires. Dabei geriet die Arbeit an seiner sechsten Oper zunächst nicht einfach. Im November 1900, elf Monate nach der Uraufführung seiner Tosca, beklagte er sich in einem Brief an den Verleger Giulio Ricordi, dass er „unter den tausend Vorschlägen“ für eine neue Oper „nichts für mich Passendes“ gefunden habe.

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Schließlich fiel die Wahl auf den „Butterfly“-Stoff, auf den er bereits im Juni desselben Jahres durch ein Bühnenstück von David Belasco in London aufmerksam geworden war. Die Geschichte schien – jenseits ihres exotischen Reizes – wie gemacht für Puccini, „mit der kläglichen Figur des Pinkerton“, so Puccini-Biograf Dieter Schickling, „der für alle Männer steht (auch eben für Puccini selbst), die Frauen als Werkzeuge ihrer Lust instrumentalisieren.“

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