22.05.2014 08:00 Von Guillermo Calderón

Theater in Düsseldorf: Kuss - erzählt von der syrischen Leidenschaft für Soap-Operas genauso wie von den Folgen des Krieges

kuss theater duesseldorf

Damaskus 2014: Vier junge Leute wollen zusammen ihre Lieblingssoap schauen. Doch dazu kommt es nicht; (c) Sebastian Hoppe

Von: GFDK - Düsseldorfer Schauspielhaus

Bislang hat Guillermo Calderón immer über das geschrieben, was er selbst erlebt hat – über die Schmerzpunkte der chilenischen Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart.

Theater in Düsseldorf

Sein neues, dreiaktiges Stück, das als Auftragsarbeit für das Düsseldorfer Schauspielhaus entstanden ist, spielt in Syrien und erzählt von der syrischen Leidenschaft für Soap-Operas genauso wie von den Folgen des Krieges, den physischen und psychischen Zerstörungen der Menschen und den Missverständnissen, die entstehen, wenn man von außen versucht, in ein Land hineinzublicken.

Damaskus 2014, Ramadan: Zwei junge Frauen und zwei junge Männer, engste Freunde, haben sich verabredet, um gemeinsam ihre Lieblingssoap zu sehen. Nach und nach treffen sie in der Wohnung der Gastgeberin Hadeel ein. Diese wundert sich, dass Youssif, der Freund ihrer Freundin Bana, viel früher als die anderen kommt. Was er ihr zu sagen hat, hebt nicht nur Hadeels Welt komplett aus den Angeln. Anstatt sich der pathetischen Geschichte ihrer Soap-Stars hinzugeben, verwickeln sich alle vier in ein hochemotionales Spiel um große Gefühle, Lüge und Verrat, in dem es am Ende sogar einen Todesfall gibt. Aber ist damit wirklich alles vorbei?

Freunde der Kunst

Der Autor und Regisseur Guillermo Calderón, der sich explizit als ein politischer Künstler versteht, gilt in Chile als einer der wichtigsten Theatermacher seiner Generation. Seine chilenischen Inszenierungen sind auf Festivals weltweit eingeladen. Im Frühjahr 2013 hat er sein Stück Neva am Public Theater in New York herausgebracht. Darüber hinaus schreibt er erfolgreich Drehbücher für Film und Fernsehen. Kuss ist nach Beben (Spielzeit 2011/12) seine zweite Auftragsarbeit für das Düsseldorfer Schauspielhaus und sein erstes Stück, das er nicht in seiner Muttersprache, sondern auf Englisch geschrieben hat.

petra.serwe@remove-this.duesseldorfer-schauspielhaus.de