24.11.2013 09:00 Von Jean Genet

Theater in Düsseldorf: Die Zofen - fulminantes Spiel mit den Tücken der Selbstinszenierung

die zofen von Jean Genet am duesseldorfer schauspielhaus

hat weder an Brisanz noch an Komik eingebüßt; (c) Sebastian Hoppe

Von: GFDK - Düsseldorfer Schauspielhaus

Wenn die gnädige Frau außer Haus ist, beginnt die Zeremonie der Dienstmädchen Solange und Claire: Eine übernimmt die Rolle ihrer Chefin, kommandiert, demütigt und verhöhnt, bis die andere ihre Rachegefühle nicht mehr beherrschen kann.

Theater in Düsseldorf

Sie plündern den Kleiderschrank ihrer Herrin und proben die Umkehrung der Verhältnisse. Im Spiel töten sie die gnädige Frau, um selbst gnädige Frauen zu werden, schön zu sein wie ihre Madame und im Luxus zu schwelgen.

Düsseldorfer Schauspielhaus

Bisher haben sie das blutige Ende ihres Spiels nie erreicht – sobald die echte gnädige Frau naht, werden die Spuren ihrer Mordfantasie sorgsam vernichtet und die demütige Haltung wieder eingenommen. Heimlich haben die Schwestern jedoch eine Intrige geschmiedet, um die heile Welt von Herr und Herrin endgültig zu zerstören. Als ihr Komplott aufzufliegen droht, scheint ihr Spiel zu Ende – oder es fängt gerade erst richtig an ...

Die Zofen von Jean Genet

Jean Genets Stück von 1947 ist auch heute noch ein fulminantes Spiel mit den Tücken der Selbstinszenierung, die sich in der medialen Aufmerksamkeitsökonomie vervielfacht haben, und hat weder an Brisanz noch an Komik eingebüßt.

Nele Weber ist seit der Spielzeit 2011/12 Regieassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus und arbeitete zuvor in der Dramaturgie des Maxim Gorki Theaters Berlin. In Düsseldorf hat sie Max und Moritz FSK 16 am Jungen Schauspielhaus bzw. auf der Kleinen Probebühne in Szene gesetzt.

petra.serwe@remove-this.duesseldorfer-schauspielhaus.de