26.04.2015 08:00 Romanze

Theater in Düsseldorf: Der Sturm - aus großer Macht folgt große Verantwortung

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Der 1611 aufgeführte Sturm war Shakespeares letztes Werk, fünf Jahre später starb der große Dramatiker; © Sebastian Hoppe

Von: GFDK - Düsseldorfer Schauspielhaus

»Aus großer Macht folgt große Verantwortung.« Diese Maxime von Spiderman hätte Prospero berücksichtigen sollen, als er noch der rechtmäßige Herzog von Mailand war, vielleicht hätte er sich dann weniger dem geliebten Studium der Magie gewidmet und wäre mehr seinen Pflichten als Regent nachgekommen.

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So aber musste er mit seiner kleinen Tochter Miranda Hals über Kopf vor seinem putschenden Bruder Antonio flüchten, bis es sie schließlich auf eine einsame und wilde Insel verschlägt. Das Eiland und die dort gebietenden Geister machte sich der Zauberer Prospero zügig untertan; seitdem herrscht er dort. Nun, zwölf Jahre später, ergibt sich für Prospero unwillkürlich die Gelegenheit, Rache zu nehmen: Als der Usurpator Antonio samt Gefolge in die Nähe der Insel gelangt, lässt Prospero dessen Schiff in einem Sturm kentern und verstreut die Passagiere über die ganze Insel. Unterstützt vom Luftgeist Ariel und dem wüsten Hexensohn Caliban jagt Prospero die Umherirrenden durch die Wildnis und lässt sie in all ihrer ungebrochenen Machtlust, Verschlagenheit, Gier und Neid aufeinander prallen – als Gefangene ihrer selbst.

Der 1611 aufgeführte Sturm war Shakespeares letztes Werk, fünf Jahre später starb der große Dramatiker. In der Figur des Prospero, der gegen Lebensende einsehen muss, dass kein wie auch immer ausgeklügelter Plan Bestand hat, sobald er auf das chaotische System »Mensch« trifft, zog Shakespeare sein persönliches Altersfazit. Der Sturm ist die Summe seines Schaffens: poetisch, augenöffnend, weise, genial.

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