24.04.2015 09:00 von Federico García Lorca

Theater in Dresden: Bernarda Albas Haus - hier kommt keine lebend raus

theater dresden

Nach dem Tod ihres Mannes verordnet Bernarda Alba ihren fünf Töchtern, ihrer Mutter und der Magd des Hauses eine achtjährige Trauerzeit; Foto: Matthias Horn

schauspiel dresdenBernarda Albas Haus theaterBernarda Albas Haus dresden
Von: GFDK - Staatsschauspiel Dresden

Hier kommt keine lebend raus! Nach dem Tod ihres Mannes verordnet Bernarda Alba ihren fünf Töchtern, ihrer Mutter und der Magd des Hauses eine achtjährige Trauerzeit.

Theater in Dresden

So verlangt es die streng katholische Tradition in dem andalusischen Dorf. Hinter verschlossenen Türen wacht die unerbittliche Witwe und verteidigt ihre Abkehr von der Welt, wenn es sein muss mit Gewalt. Für die unverheirateten Töchter, zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt, wird das Haus zum Gefängnis. Lediglich Angustias darf noch mit ihrem Verlobten Pepe in Kontakt treten – durch ein vergittertes Fenster. Doch die Schwestern neiden der Ältesten aus erster Ehe das Erbe und vor allem den Mann. Unter der sengenden Sonne Spaniens entbrennt existenzielles Begehren und zeigen sich Frauenseelen so schwarz wie ihre Trauerkleidung.
 
Federico García Lorca vollendete „Bernarda Albas Haus“ 1936, kurz bevor er im beginnenden Spanischen Bürgerkrieg von einer Milizgruppe Francos ermordet wurde. Heute zählt der Dichter zu den bedeutendsten seines Landes, und seine letzte Tragödie legt eindrucksvoll Zeugnis ab, wie sich repressive Systeme generationsübergreifend fortsetzen und wie das Eingesperrtsein von Körper und Geist, die Verweigerung von Lust und Freiheit den Menschen formt. Inszeniert wird diese zeitlose und radikale „Tragödie von den Frauen in den Dörfern Spaniens“ von Andreas Kriegenburg.

Freunde der Kunst

Er gehört zu den renommiertesten deutschen Regisseuren: Neun seiner Inszenierungen waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen, er wurde 2008 mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet und 2010 von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Bühnenbildner des Jahres gekürt. Am Staatsschauspiel Dresden entstanden unter seiner Regie Jean Paul Sartres „Die Fliegen“ sowie in der letzten Spielzeit Shakespeares „Was ihr wollt“.

martina.aschmies@staatsschauspiel-dresden.de