23.04.2015 09:00 ein schwarzes Kapitel europäischer Geschichte

Theater in Bonn: HERZ DER FINSTERNIS - nach der Erzählung von Joseph Conrad

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Der Kolonialismus am Ende des letzten Jahrhunderts ist ein schwarzes Kapitel europäischer Geschichte; © Thilo Beu

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Von: GFDK - Theater Bonn

Dem dunklen Kontinent wollten sie Licht bringen, und verbreiteten doch nur mehr Finsternis.

Theater in Bonn

Der Kolonialismus am Ende des letzten Jahrhunderts ist ein schwarzes Kapitel europäischer Geschichte. Eindrucksvoll schildert Joseph Conrad davon in seiner auf autobiografischen Erfahrungen basierenden Erzählung Herz der Finsternis. Darin erzählt Conrad von dem Seemann Marlow und seiner Suche nach dem mysteriösen Elfenbeinhändler Mr. Kurtz. Dieser hat im kongolesischen Dschungel einen eigenen Staat errichtet, in dem er gottgleich mit brutaler Härte über die Eingeborenen herrscht.

Die Erzählung ist Ausgangsmaterial für das neue Theaterprojekt von Jan-Christoph Gockel. Gleich dem Protagonisten geht Gockel der Frage nach, wie sehr das »Böse« als Spaltprodukt des Gutgemeinten auch heute noch gilt. Hat Europa dazu beigetragen, Menschen wie Mr. Kurtz hervorzubringen? Das Schreckensspiegelbild einer allzu sendungsbewussten Zivilisation?

Jan-Christoph Gockel, ab 2014 Hausregisseur am Staatstheater Mainz, setzt mit Herz der Finsternis seine theatrale Beschäftigung mit dem Themenkomplex um den europäischen Kolonialismus und dessen bis heute bestehenden Folgen fort. Für sein in Stuttgart inszeniertes Projekt KongoMüller reiste er eigens Anfang 2014 zu Recherchen in den Kongo. Am Theater Bonn inszenierte er in der vergangenen Spielzeit Metropolis nach dem Film von Fritz Lang und Thea von Harbou in der Halle Beuel.

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