15.11.2013 09:00 von Martin Heckmanns

Theater in Bochum: Es wird einmal - zitiert die Tradition des Jedermann und des Großen Welttheaters

es wird einmal am schauspielhaus bochum

Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen; Fotos: Diana Küster

es wird einmal von Martin Heckmanns bochum
Von: GFDK - Schauspielhaus Bochum

Am Anfang ist die leere Bühne. Nichts ist verheißungsvoller als der leere Raum, angefüllt mit den Theatergespenstern der Vergangenheit und den Hoffnungen auf künftige Vorstellungen. Nun stehen da aber zwei Männer, die nicht recht wissen, zu was sie gebeten sind: Schwinder und Neumann – Schauspieler der alten Schule der eine, jüngerer Performer der andere.

Schauspielhaus Bochum

Sie warten auf den Regisseur, dem sie vorsprechen sollen, aber genauso gut könnten sie auf Gott warten oder auf Godot. Statt durch den großen Obermann werden sie durch seine Assistentin und deren Hospitantin empfangen. Während sie sich noch fragen, wann es anfängt, sind sie schon mitten drin im Spiel: Neumann spielt den kleinen Jedermann von heute, eine aufgelesene Frau von der Straße seine Partnerin, und die Welt um sie herum belebt sich mit den großen und kleinen Geschichten des Lebens.

Martin Heckmanns

Martin Heckmanns, einer der renommiertesten Theaterautoren seiner Generation, zitiert die Tradition des Jedermann und des Großen Welttheaters und konfrontiert sie ironisch mit dem zeitgenössischen Supermarkt der Möglichkeiten.

choenmanns@bochum.de