08.03.2015 08:00 Claudio Monteverdi

Theater in Bern: l'Orfeo - thematisiert die Macht der Musik

l'Orfeo oper bern

Im «Orfeo» führt Monteverdi verschiedene Traditionen der Vorläufer der damals neuen Gattung Oper zusammen; Fotocredit: Annette Boutellier

oper berntheater bern
Von: GFDK - KONZERT THEATER BERN

Claudio Monteverdis erste Oper zählt zu den Gründungswerken der Gattung und thematisiert die Macht der Musik.

Theater in Bern

Mitten in den Freudentaumel über die bevorstehende Hochzeit zwischen Orpheus und Eurydike bricht die Nachricht herein, dass die Braut beim Blumenpflücken durch den Biss einer giftigen Schlange getötet wurde. Aus tiefem Schmerz fasst Orpheus den Entschluss, seiner Zukünftigen in das Totenreich zu folgen, um den Herrscher der Unterwelt zur Herausgabe Eurydikes zu bewegen. Dieser willigt ein, erlegt Orpheus aber die Bedingung auf, sich erst dann wieder nach seiner Geliebten umzublicken, wenn sie gemeinsam das Totenreich hinter sich gelassen haben. Als die beiden auf dem Weg zurück in die Welt der Lebenden sind, wird Orpheus vom Zweifel übermannt und wendet sich um – Eurydike ist für immer verloren.

Im «Orfeo» führt Monteverdi verschiedene Traditionen der Vorläufer der damals neuen Gattung Oper zusammen: Tänzerische Zwischenaktmusiken wechseln mit streng rezitativischer Musik sowie grossen Chorszenen von Hirten und Wesen der Unterwelt. So schafft Monteverdi verschiedene Sphären, die mit einem ausgewählten Instrumentarium charakterisiert werden. Als eine Allegorie des Künstlers wandelt Orpheus durch diese Welten, der durch seinen Gesang und die Kraft der Musik die Naturgesetze auszuhebeln vermag.

In der Darstellung des Orpheus beschränkt sich Monteverdi nicht auf die griechische Mythologie; er zeichnet ihn als einen Verzweifelten und setzt mit dieser Charakterisierung neue musikalische Massstäbe.

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Lydia Steier öffnete bereits mit ihrer Inszenierung der «Entführung aus dem Serail» eine Wunderkammer der Kuriositäten. Auch mit diesem Werk wird sie die von Monteverdi angelegte Verbindung grosser Chortableaus und intimer Personenführung gekonnt in Szene setzen.

susanne.schaefer[at]konzerttheaterbern.ch