09.03.2014 08:00 von Ariel Dorfman

Theater in Baden-Baden: Der Tod und das Mädchen - setzt für die Menschenrechte ein

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Der chilenische Dramatiker und Essayist Ariel Dorfman setzt sich in seinen Werken für die Menschenrechte ein; Fotos: Jochen Klenk

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Von: GFDK - Theater Baden-Baden

Woran erkennt man seinen Peiniger, den man nie mit eigenen Augen gesehen hat: an seiner Stimme, am Geruch, an einem Musikstück wie Schuberts „Der Tod und das Mädchen“? Paulina Escobar ist sich sicher, dass der hilfsbereite Fremde, der ihren Mann Gerardo nach einer Autopanne nach Hause gebracht hat, sie zu Zeiten der Militärdiktatur gefoltert und vergewaltigt hat.

Theater Baden-Baden

Jede gesellschaftliche Norm missachtend fesselt und verhört sie den Fremden, der bei ihr zu Gast ist. In einer selbstinszenierten Gerichtsverhandlung setzt sie ihren Mann, der just an diesem Tag in die Wahrheitskommission berufen wurde, die die Menschenrechtsverletzungen der Militärdiktatur aufklären soll, als Richter ein. Schließlich unterzeichnet der Fremde ein detailliertes Geständnis – ob es der Wahrheit entspricht, bleibt ungeklärt.

Freunde der Kunst

Der chilenische Dramatiker und Essayist Ariel Dorfman (*1942) setzt sich in seinen Werken für die Menschenrechte ein und schrieb unter anderem über die Militärdiktatur Augusto Pinochets, die ihn selbst ins Exil in die USA zwang.

carola.vongradulewski@baden-baden.de