28.12.2013 09:00 Theater Willy Praml

Theater Frankfurt: Der Kick – ein Stück von Andres Veiel

Der Kick theater frankfurt

Das Stück DER KICK besteht ausschließlich aus Originalinterviews; (c) Björn Hadem

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Von: GFDK - Theater Willy Praml

Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er durch einen sogenannten „Bordsteinkick“ zu Tode getreten wurde – nachdem ihn drei Kumpels zuvor stundenlang geschlagen, beschimpft und gedemütigt hatten. So schockierend die Tat ist, sie ist kein Einzelfall. Was bringt junge Menschen dazu, ohne Hemmungen zu quälen und zu töten?

Theater in Frankfurt

Andres Veiel gibt den als Monstern abgestempelten Tätern eine Biographie und taucht tief in deren gesellschaftliches Umfeld ein, um die Ursachen exzessiver Gewalt von Jugendlichen besser zu begreifen. Es geht dabei weniger um Antworten; die kann und wird es dabei kaum geben, nicht zuletzt aber findet eine Sensibilisierung für das Unbegreifliche statt.

Freunde der Kunst

Das Stück DER KICK besteht ausschließlich aus Originalinterviews mit mittel- und unmittelbar beteiligten an dieser realen Gewalttat, die vor einigen Jahren in einer ostdeutschen Kleinstadt passierte. Andres Veiel hat zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt Aussagen, Stellungnahmen und Gespräche gesammelt, aneinander montiert und ist explizit der Frage nachgegangen: Wie konnte es dazu kommen? Was trieb die Täter?

Premiere am 10.01.2014

War die Katastrophe absehbar? Die Originaltexte werden weder bewertet noch kommentiert. – Theater reflektiert und spiegelt in diesem Fall explizit die Gegenwart und wird dadurch auch und speziell für ein jugendliches Publikum greifbarer, sinnlicher und – im besten Sinne – gefährlicher. Die unmittelbare Brisanz dieses DOKUDRAMAS sowie die Tatsache, dass sich die HfMDK dieser aktuellen, für viele unbequemen Thematik stellt und in Zusammenarbeit mit dem THEATER WILLY PRAML in der Naxoshalle öffentliche Aufführungen anbietet, sind eine große Herausforderung für die Studierenden und eine klare Positionierung des Ausbildungsbereich: eine sowohl inhaltlich-gesellschaftspolitische wie auch formalkünstlerische Auseinandersetzung wird präsentiert und zur Diskussion gestellt.

theater.willypraml@t-online.de