29.12.2012 09:02 Regie: Tilmann Köhler

Staatsschauspiel Dresden: Der geteilte Himmel - nach der Erzählung von Christa Wolf am 19.1.2013

Staastsschauspiel Dresden:  Dresden: Der geteilte Himmel - nach der Erzählung von Christa Wolf am 19.1.2013

(c) David Baltzer

Von: GFDK - Staatsschauspiel Dresden

Herbst 1961. Rita Seidel erwacht in einem Sanatorium, und langsam fällt ihr alles wieder ein: Der Unfall, das Waggonbau-Werk, in dem sie während der Sommerferien gearbeitet hat, die Brigade, das Lehrerseminar und vor allem Manfred. Manfred ist weggegangen – „abgehauen, Sie verstehen“.

Der promovierte Chemiker konnte die Zurücksetzungen durch Parteifunktionäre, Vetternwirtschaft im System und Behinderung seiner Forschung nicht länger akzeptieren und kehrt von einem Kongress in West-Berlin nicht in die DDR zurück. „Ich gebe dir Nachricht, wenn du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da du wieder bei mir bist“, schreibt er Rita. Doch für Rita stellt sich die Frage anders. „Den Himmel wenigstens können sie nicht zerteilen“, sagt Manfred beim endgültigen Abschied. Und Rita entgegnet: „Doch. Der Himmel teilt sich zuallererst.“
 
„Der geteilte Himmel“ erschien 1963, kurz nach dem Bau der Mauer. Christa Wolf spiegelt darin den Prozess, der zu diesem Schritt geführt hat, im Scheitern einer Liebe: an den Bedingungen der Zeit, an den Versuchen der Politik. Sie erzählt von Hoffnungen und Enttäuschungen in einer heute längst vergangenen Zeit und stellt zwei Positionen gegeneinander: „Das ist keine Zeit für Märchen.“ – „Aber wie soll man sich sonst seine Selbstachtung bewahren?“
 
Tilmann Köhler, geboren 1979 in Weimar, inszeniert ein Stück deutsche Geschichte, das in Dresden bis heute spürbar ist – mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR.

Kontakt

Martina Aschmies
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Theaterstraße 2
01067 Dresden

martina.aschmies@staatsschauspiel-dresden.de