21.11.2011 07:32 von Oscar Wilde

Schauspiel Zürich: Der ideale Mann inszeniert von Tina Lanik am 9.12.2011

Von: Schauspielhaus Zürich

Der anerkannte Parlamentarier Sir Robert Chiltern wird wegen seines makellosen und vorbildlichen Charakters von seiner Frau, Lady Gertrud Chiltern, als „idealer Mann“ verehrt. Sie ahnt nichts – oder will nichts ahnen – von seinen dunklen Seiten, zu denen unter anderem Hab- und Machtgier sowie Skrupellosigkeit gehören. Robert Chiltern machte sein Vermögen, indem er einem wesensverwandten Börsenspekulanten wichtige Kabinettsgeheimnisse anvertraut hatte.

Es gelingt ihm, sein damaliges Vorgehen geheimzuhalten, bis Mrs. Cheveley, eine ehemalige Schulkollegin Lady Chilterns, auftaucht. Sie erpresst Robert mit seinem brisanten Geheimnis, um seine Unterstützung für ein Projekt zu gewinnen, in das sie eigenes Geld investiert hat. Roberts engstem Freund, Lord Arthur Goring, der selbst einmal kurz mit Mrs. Cheveley intim war, gelingt es schliesslich, die unbequeme Erpresserin auszutricksen. Und so endet alles mit einem Happy End …

Oscar Wildes „An Ideal Husband“ wurde 1895 am Londoner Haymarket Theatre uraufgeführt. Der Titel dieser von Erpressung, politischer Korruption und Heuchelei erzählenden Komödie lautete im Deutschen üblicherweise „Der ideale Gatte“ oder „Ein perfekter Ehemann“; Elfriede Jelinek nennt ihre Neufassung, die in der Schweiz erstmals aufgeführt wird, „Der ideale Mann“.

Und das ist natürlich nicht der einzige Unterschied: Wie schon in Elfriede Jelineks Bearbeitung von Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“ („Ernst ist das Leben“) bilden monströse Männer und Frauen die Bestandteile einer emotional und intellektuell ausgehöhlten, selbstgerechten Gesellschaft, die gerade deshalb so reibungslos funktioniert, weil jeder sich nur noch für sich selbst und sein eigenes Fortkommen interessiert. So erscheint die politische Intrige nicht als Ausnahme, sondern als wesenhafter Bestandteil der Politik. Und die Unfähigkeit zur Menschlichkeit als prägendes Charakteristikum des Menschen.

Für Tina Lanik ist diese Arbeit die erste Auseinandersetzung sowohl mit dem Werk von Oscar Wilde als auch mit der Sprache der Literaturnobelpreisträgerin von 2004.

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