15.01.2013 08:02 „Time Capsules“ am Schauspiel Essen

Schauspiel Essen: Thementage: Vom Sinn und Unsinn des Lebens vom 18 bis zum 21.1.2013

Schauspiel Essen: Thementage: Vom Sinn und Unsinn des Lebens vom 18 bis zum 21.1.2013

(c) Thilo Beu

Von: GFDK - Schauspiel Essen - 2 Bilder

Essen. Zum mittlerweile fünften Mal veranstaltet das Schauspiel Essen im Januar „Time Capsules“. In diesem Veranstaltungsformat beleuchten die Essener Theatermacher in Inszenierungen, Gastspielen, Filmen, (Publikums-)Gesprächen und Vorträgen Spielplan begleitend ein gesellschaftlich virulentes Thema und bieten so in konzentrierter Form die Möglichkeit zu Information und Diskussion.

Vom 18. – 21. Januar 2013 geht es um nichts Geringeres als den „Sinn und Unsinn des Lebens“. Den Anlass bieten vier Stücke, die derzeit auf dem Spielplan stehen und die an diesen Tagen zeitnah auf den Bühnen des Schauspiel Essen zu erleben sind: Janne Tellers Jugendstück „NICHTS. Was im Leben wichtig ist“ am Freitag, 18. Januar ab 19 Uhr in der Casa (bereits ausverkauft), „Hiob“ von Joseph Roth am Samstag, 19. Januar ab 19 Uhr im Grillo-Theater, die Uraufführung „Die Erschaffung der Welt – Das Musical“ am Sonntag, 20. Januar, 19 Uhr, im Grillo-Theater sowie Werner Schwabs „Die Präsidentinnen“ ebenfalls am Sonntag ab 20 Uhr in der Box (bereits ausverkauft). Vor dem Hintergrund dieser Inszenierungen geht es in den zusätzlichen „Time Capsule“-Veranstaltungen um Sinnsuche, Glauben und der (nicht zu beantwortenden) Frage, ob der Mensch die Krone der Schöpfung oder ein bedeutungsloses Staubkorn im Universum ist.

So hält am Freitag, dem 18. Januar ab 18 Uhr im Café Central im Grillo-Theater der Philosoph und Schriftsteller Dr. Michael Schmidt-Salomon einen Vortrag unter dem Titel „Vom Sinn und Unsinn des Lebens“.

„Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.“ Mit diesen Worten schockiert Pierre Anthon in Janne Tellers Roman „Nichts“ seine Mitschüler und löst eine Spirale der Angst, Wut und Ohnmacht aus. Michael Schmidt-Salomon beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Frage, ob wir Pierre Antons Aussage zustimmen sollten. Auf den ersten Blick sieht es ganz danach aus, denn der Mensch ist offenkundig nicht die „Krone der Schöpfung“, sondern bloß der „Neandertaler von morgen“. Im kosmischen Maßstab scheint die menschliche Existenz tatsächlich völlig bedeutungslos zu sein. Jedoch muss uns diese Erkenntnis keineswegs daran hindern, ein sinnvolles Leben zu führen. Im Gegenteil: Gerade die Erkenntnis unserer kosmischen Bedeutungslosigkeit schafft den Freiraum dafür, dass wir über den Sinn und Unsinn unseres Lebens selbst bestimmen können, so seine These.

Dr. Michael Schmidt-Salomon, der auch Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung ist, veröffentlichte u. a. „Keine Macht den Doofen! Eine Streitschrift“ (2012), „Leibniz war kein

Butterkeks – Den großen und kleinen Fragen der Philosophie auf der Spur“ (2011), „Jenseits von Gut und Böse – Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“ (2009).

Im Anschluss an die gegen 21 Uhr in der Casa endende Vorstellung von „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ findet zudem ein Publikumsgespräch unter Beteiligung von Dr. Michael Schmidt-Salomon statt.

Im Vorfeld der am nächsten Tag (Samstag, 19. Januar, 19 Uhr) im Grillo-Theater stattfinden­den „Hiob“-Aufführung hält ab 18 Uhr im Café Central Hans-Hermann Byron, der Vorsitzen­de der Jüdischen Kultusgemeinde Essen, einen Vortrag zum Thema „Vom Schtetl in die schöne neue Welt“. Darin spricht er über das Jüdische Leben in Essen, über Vertreibung, Wanderschaft und Migration. Byron wird einen Bogen spannen von den Pogromen gegen Juden in Osteuropa über die Suche nach einer neuen Heimat bis hin zur heutigen jüdischen Lebenswelt in der Ruhrstadt, denn viele ehemalige Ostjuden leben heute hier.

Nach der Vorstellung gegen 21.30 Uhr gibt’s ein Publikumsgespräch im Café Central.

Eine Filmvorführung im Astra Theater rundet die „Time Capsules #5“ ab: In der Reihe TheaterKino wird am Montag, dem 21. Januar ab 20:15 Uhr Emilio Estevez’Vom Suchen und finden auf dem Jakobsweg“ gezeigt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der erfolgreiche Arzt Tom Avery, dessen Leben eine dramatische Wendung nimmt, als sein Sohn Daniel auf dem Jakobsweg ums Leben kommt. Im Gegensatz zu seinem Vater hielt er es nie lange an einem Ort aus, ein Nomade, immer bereit Neues zu entdecken und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Tom beschließt nun die 800 Kilometer lange Reise auf dem Camino de Santiago in Daniels Ehren fortzuführen. Zunächst als Einzelgänger unterwegs, wird er schon bald von Mitpilgern aus aller Welt begleitet und genervt. Jeder mit seinem eigenen Päckchen beladen, kämpfen sie sich durch skurrile, traurige und herzerwärmende Zeiten, auf der Suche nach einem besseren Leben.

Karten zu € 8,00 erhalten sind an der Kinokasse, Teichstraße 2, erhältlich.

Karten für die Theatervorstellungen sind im TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen, Tel.: 0201/81 22-200, erhältlich.

„Nichts. Was im Leben wichtig ist“, Freitag, 18. Januar, 19 Uhr, Casa (bereits ausverkauft).

Eintritt bei „Hiob“, Samstag, 19. Januar, 19 Uhr, Grillo-Theater: € 10,00 (Einheitspreis).

Eintritt bei „Die Erschaffung der Welt – Das Musical“, Sonntag, 20. Januar, 19 Uhr, Grillo-Theater: € 11,00 – 26,00.

„Die Präsidentinnen“, Sonntag, 20. Januar, 20 Uhr, Box (bereits ausverkauft).

 Der Eintritt bei den Vorträgen und Publikumsgesprächen ist frei!

 Mehr Infos unter http://www.schauspiel-essen.de/extras/time-capsule-5.htm

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