20.03.2016 12:10 Sylvain Cambreling dirigiert

Oper in Stuttgart: Christoph Marthaler inszeniert Hoffmanns Erzählungen

Oper in Stuttgart

Der Künstler Hoffmann, gleichermaßen in einer Schaffens- wie in einer Liebeskrise, gerät in dieser Oper, verfolgt von seiner Muse, in eine surreale Welt, die sich aus seiner eigenen Vorstellungskraft (c) Altea Garrido, Gestaltung disodoener

Von: GFDK - Dominique Eberhardt

Erstmals wird eine Operninszenierung von Christoph Marthaler in Stuttgart zu sehen sein, wenn seine Interpretation von Jacques Offenbachs phantastischer Oper Hoffmanns Erzählungen am Samstag, 19. März 2016, um 18 Uhr Premiere feiert. Die als Koproduktion mit dem Teatro Real in Madrid entstandene Neuinszenierung hatte dort am 17. Mai 2014 unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling Premiere.

Cambreling hatte nach intensivem Quellenstudium und in enger Zusammenarbeit mit der Regie eine „Madrider Fassung“ erarbeitet, welche nun auch in Stuttgart erklingen wird. Der Stuttgarter Generalmusikdirektor wird vier der insgesamt acht Vorstellungen dirigieren, für die anderen Vorstellungen kehrt Gregor Bühl ans Pult des Staatsorchesters Stuttgart zurück. Das Bühnen- und Kostümbild hat Anna Viebrock entworfen,  die – ebenso wie Sylvain Cambreling – eine langjährige Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler verbindet, u.a. im Leitungsteam des Schauspielhauses Zürich (2000 – 2004). Sie wird ihren Bühnenentwurf an die kleinere Bühne des Stuttgarter Opernhauses anpassen und das Masken- und Kostümbild weiterentwickeln. Für die Choreografie zeichnet Altea Garrido verantwortlich. Die Choreografin und Tänzerin, die regelmäßig mit Christoph Marthaler zusammenarbeitet, verkörpert zudem wie bereits bei der Madrider Premiere Hoffmanns Geliebte Stella. 

Oper in Stuttgart

Sylvain Cambreling und Christoph Marthaler werden Ihre Interpretation des Werks mit der Stuttgarter Besetzung neu einstudieren. Die Tenöre Marc Laho und Eric Cutler übernehmen alternierend die Titelpartie und geben damit jeweils ihr Hausdebüt an der Oper Stuttgart. Marc Laho sang die Partie des Hoffmann bereits an den Opernhäusern in Prag, Basel und Zürich und zuletzt in Toulon. Eric Cutler verkörperte Hoffmann bei der Madrider Premiere von Marthalers Inszenierung. Als Muse/Niklaus ist Sophie Marilley aus dem Stuttgarter Solistenensemble zu erleben. Auch die verflossenen Geliebten Hoffmanns werden von Stuttgarter Ensemblemitgliedern dargestellt:

Ana Durlovski übernimmt wie bereits am Teatro Real die Partie der Olympia. Mandy Fredrich singt die Antonia; diese Partie hat sie erstmals bei den Bregenzer Festspielen 2015 interpretiert. Simone Schneider gibt als Giulietta ihr Rollendebüt. Die vier Widersacher von Hoffmann werden im Wechsel Alex Esposito und Vito Priante verkörpern. Esposito gab sein Rollendebüt 2014 in Oslo unter der Regie von Calixto Bieito. Vito Priante sang die vier Bösewichte bereits in Madrid. Auch Graham F. Valentine, der sich dem Stuttgarter Publikum als Spalanzani vorstellt, wirkte bei der Madrider Premiere von Hoffmanns Erzählungen mit. Weitere Partien sind mit Torsten Hofmann (Andreas/Cochenille/Franz/Pitichinaccio), Maria Theresa Ullrich (Stimme von Antonias Mutter) und Kammersänger Roland Bracht (Luther/Crespel) aus dem Stuttgarter Solistenensemble sowie Eric Ander (Schlemihl) und Dominic Große (Hermann) aus dem Opernstudio besetzt.

 Freunde der Kunst

Der Künstler Hoffmann, gleichermaßen in einer Schaffens- wie in einer Liebeskrise, gerät in dieser Oper, verfolgt von seiner Muse, in eine surreale Welt, die sich aus seiner eigenen Vorstellungskraft speist. Er begegnet drei Frauen, an denen er verschiedene Spielarten leidenschaftlicher Hingabe erprobt: der mechanischen Apparatur Olympia, der ganz in ihrer Kunst verlorenen Sängerin Antonia und schließlich der berechnenden Kurtisane Giulietta. Begleitet von weiteren Figuren, die stets wie Engel und Teufel seines Gewissens agieren, durchläuft Hoffmann die surreal verzerrten Szenerien seiner Fantasie.

 

Koproduktion der Oper Stuttgart und des Teatro Real Madrid

Begleitveranstaltungen zu Hoffmanns Erzählungen

 

Einführungsmatinee

Sonntag, 13. März 2016, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt einen Einblick in die Konzeption der Neuinszenierung.

Nach(t)gespräche
Sonntag, 3. April 2016

Sonntag, 10. April 2016

Mitwirkende der Produktion beantworten im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.

Einführung vor jeder Vorstellung
Eine Einführung findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

Karten über www.oper-stuttgart.de, Kartentelefon: 0711. 20 20 90, und an der Abendkasse