10.05.2012 10:31 Donnerstag, den 10.05.2012, 19.30 Uhr

Come un respiro (Wie ein Hauch) und Les Noces (Hochzeit) in Wiesbaden - 20 Jahre Partnerregionen Emilia-Romagna – Hessen

Come un respiro (Wie ein Hauch) und Les Noces (Hochzeit) am Staatstheater Wiesbaden (c)Martin Kaufhold

Von: Lucia Zimmermann - 11 Bilder von Martin Kaufhold

Zum zweiten Mal nach 2004 bei den Maifestspielen zu Gast: ‚Aterballetto‘ aus Hessens Partnerregion Emilia-Romagna, Italiens große und zeitgenössische Ballettkompanie mit internationaler Strahlkraft.

Aterballetto zeigt mit ‚Come un respiro‘ (Wie ein Hauch) und ‚Les Noces‘ (Hochzeit) wieder zwei repräsentative Werke ihres Chefchoreografen von Weltruf – Mauro Bigonzetti. Ein großer Ballettabend, der sich rückhaltlos zur Schönheit und Klarheit des Tanzes bekennt.


Aterballetto (A.T.E.R. = Associazione Teatri Emilia-Romagna), gegründet 1979, ist derzeit das profilierteste Tanzensemble Italiens und gehört zu den herausragenden europäischen Ballettkompanien. Die Kompanie arbeitet ohne Anbindung an ein Opernhaus und ist seit ihrer Gründung im Industriedenkmal Fonderia in Reggio Emilia beheimatet.

1997 bis 2007 leitete Mauro Bigonzetti das Ensemble als Künstlerischer Direktor. Seit 2008 ist er der Kompanie als Hauschoreograf verbunden, die Künstlerische Leitung hat seither Cristina Bozzolini.

Come un respiro (Wie ein Hauch)

Musik Georg Friedrich Händel

Koproduktion mit Movimentos – Festwochen der Autostadt Wolfsburg
Aufgezeichnet von 3sat/ZDF

Choreographie Mauro Bigonzetti
Kostüme Lucia Socci
Licht Carlo Cerri

‚Come un respiro‘ (Wie ein Hauch) zeigt Mauro Bigonzettis unverwechselbaren Stil aus Poesie und Purismus. Choreografiert wurde es für 14 Tänzer auf Klaviermusik aus Suiten von Georg Friedrich Händel. Ein Atemhauch erfüllt auch diese Musiken Händels.

Ihre Kraft reißt uns in einen Wirbel der Klänge. In der kristallinen Reinheit dieser Musik, in der Spannung und Bewegung, scheint der Atem des Universums eingefangen. Hier entfaltet sich eine Bewegung des Körpers, die alles Äußerliche zurücklässt. Der Körper wird in seiner reinen Gestalt sichtbar, füllt den Raum mit seinen Formen und verschmilzt mit jenem beseelten Atem.

20 Jahre Partnerregionen Emilia-Romagna – Hessen

Choreografien von Mauro Bigonzetti

Musik von Georg Friedrich Händel und Igor Strawinsky

Premieren am 14. Juni 2002 in Reggio Emilia (Les Noces) und 6. Mai 2009 in Wolfsburg (Come un respiro)

Donnerstag, den 10.05.2012, 19.30 Uhr

Großes Haus

Les Noces (Hochzeit)

Musik Igor Strawinsky

Koproduktion mit Reggio Emilia Danza und Théâtre de Saint-Quentin-en-Yvelines – Scène Nationale. Aufgezeichnet von 3sat/ZDF

Choreografie Mauro Bigonzetti
Dramaturgische Supervision Nicola Lusuardi
Bühne Fabrizio Montecchi
Kostüme Kristopher Millar, Lois Swandale
Licht

Carlo Cerri

Heute ein Klassiker: Igor Strawinskys bahnbrechende Ballettmusik ‚Les Noces‘ (Hochzeit) auf der Basis russischer Volksmusik und ihrer Rhythmen in einer einzigartigen folkloristischen Exotik. Es geht um ein archaisches Hochzeits-Ritual, das sich einiger Schlüsselfiguren bemächtigt, sie antreibt.

Das Geschehen geht in drei Richtungen vor sich: das Klagelied für die Betrauerung der Jungfräulichkeit, die Anrufung der gnädigen Götter und die Kanalisierung der Kraft der männlichen Fruchtbarkeit und schließlich das Lachen der Gemeinschaft, das die Brautleute reinigt, der Gottheit schmeichelt und die Passionen anstachelt.

Diese Elemente werden musikalisch zum großen Teil durch Chorgesang bestritten, in Anlehnung an den Chor der antiken Tragödie, der abwechselnd als Zuschauer und als Handelnder agiert. Mauro Bigonzetti untersucht in seiner Choreografie von ‚Les Noces‘ die Widersprüche auf dem Höhepunkt einer Liebesbeziehung, in dem die beiden Verliebten die Herausforderung annehmen, ihre Liebe unsterblich zu machen.

Das geschieht in einer öffentlichen und verbindlichen Form, die sie von diesem Augenblick an zwingt, jedes Paradox ihrer Unauflöslichkeit in Kauf zu nehmen. Und doch erzählt ‚Les Noces‘ vom Glauben an die ewige Liebe.

Mauro Bigonzetti (Choreografie) wurde in Rom geboren, besuchte die Ballettschule der Oper in Rom und trat nach seiner Ausbildung in die Ballettkompanie des Teatro dell’Opera ein. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Tänzer in Rom kam er 1982 zu Aterballetto.


Prägend wurde für ihn die Zusammenarbeit mit Alvin Ailey, Glen Tetley, William Forsythe, Jennifer Muller. 1990 kreierte er seine erste Choreografie ‚Sei in movimento‘ zu Musiken von J.S. Bach. Ab 1993 widmete sich Bigonzetti ausschließlich der Choreografie.

Als freischaffender Choreograf arbeitete er in der Folgezeit sehr eng mit Balletto di Toscana zusammen, das unter der Leitung von Cristina Bozzolini zu einer Werkstatt des italienischen Tanzes wurde.

Es folgten Arbeiten mit dem English National Ballet London, Ballet National de Marseille, Stuttgarter Ballett, Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Dresden, Ballet Teatro Argentino, Balé da Cidade de Sao Paulo, Ballet Gulbenkian Lissabon, New York City Ballet, State Ballet Ankara, Ballet du Capitole Toulouse. Außerdem schuf er immer wieder Werke für die Scala in Mailand, die Arena di Verona oder das Teatro San Carlo in Neapel.

1997 kehrte er als Künstlerischer Leiter zum Aterballetto zurück. Mit der neu formierten Kompanie feiern seine Choreografien seither weltweit größte Erfolge, u.a ‚Cantata‘, ‚Rossini Cards‘, ‚Terra‘, ‚Le Sacre‘, ‚Romeo und Julia‘, ‚Incanto‘, ‚WAM‘ und viele mehr. Seit 2008 widmet er sich wieder ausschließlich dem Choreografieren und ist Hauschoreograf des Aterballetto.

Cristina Bozzolini (Künstlerische Leitung), in Florenz geboren, erhielt schon in ganz jungen Jahren Ballettunterricht. Bereits mit 16 Jahren wurde sie an die großen Bühnen Italiens engagiert. Im Laufe ihrer Karriere als Primaballerina tanzte sie an der Seite so berühmter Partner wie Rudolf Nurejew, Michail Barishnikov und Paolo Bortoluzzi die großen Rollen des klassischen und modernen Repertoires.

Sie setzte sich nachdrücklich für eine Erneuerung der Tanzausbildung und eine Neubewertung von deren gesellschaftlichem und kulturellem Stellenwert ein. Sie gründete u.a. das Balletto di Toscana (1985 bis 2000), das sie zu einem international bekannten Ensemble aufbaute, und leitete die Scuola del Balletto di Toscana. 2002 übernahm sie die Co-Direktion des Balletto di Roma. Seit 2008 hat sie die Künstlerische Leitung von Aterballetto inne.

Pressestimmen

‚Come un respiro‘ ist ein makelloses Werk.

Tanzjournal

Es ist vollendet, es ist perfekt, es ist atemberaubend: Bigonzetti ist ein Meister der Pose mit feinem Gespür für Eleganz.

Hannoversche Allgemeine Zeitung zu ,Come un respiro‘

Neun Männer, neun Frauen, bestückt mit vielfältig verwendbaren, abstrakten Metallstühlen, geraten in den Emotions-Wirbel von Anziehung, Werbung, Abweisung. Ihre Bewegungen sind hart und straff rhythmisiert, oft in nach Geschlechtern getrennten Kollektiven gebündelt; ein langer, drehbarer Metalltisch wird zur Bühne für die akrobatisch anspruchsvollen Pas de deux, in denen die wechselnden Paare ausgiebig ihre Kräfte messen, solange bis eines – siegreich? – übrig bleibt.

Nürnberger Nachrichten zu ,Les Noces‘

Lucia Zimmermann
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