16.01.2015 08:45 Tracks mit kleinen Geschichten und großen Kontrasten

Rone präsentiert elektronischen Funkenschlag, akustische Schönheit und freie Weiten auf Album "Creatures"

Rone veroeffentlichen Album Creatures

Um seine Erfahrungen zu erweitern spielt Rone live, und keine DJ-Sets. Das findet er wichtig und es hat seiner internationalen Anhängerschaft großen Zuwachs beschert. Foto: Album "Creatures" © InFiné / RTD

Von: GFDK - ballhyoo media

RONE reflektiert auf seinem dritten Album ein neues Verlangen nach ruhigen, freien Weiten, Sonne und Schatten, elektronischem Funkenschlag und akustischer Schönheit.

Rone aka Erwan Castex ist einer der aktuell bekanntesten Electro Acts Frankreichs. Er steht für schwelgerische Electronica, opulente Melodieverliebtheit und musikalisch verspielte Traumlandschaften, wobei seine Vorliebe für die eher britische Elektro-Tradition deutlich zu erkennen ist.

Innerhalb weniger Jahre hat der Produzent einen ganz eigenen, verzauberten Stil entwickelt, elektronisch und episch, inspiriert von Bildern aus Kindertagen. In diesem Universum erhalten Traum und Wirklichkeit eine Klangfärbung hochfein-optimistischer Energie und die Süße der Melodien kann jeden Moment hinabstürzen in eine Welt hemmungsloser Maschinerie. Rones Tracks sind kleine Geschichten mit großen Kontrasten, Momente der Gemeinsamkeit, der Erinnerung, des Träumens – „Creatures“ die er in der Intimität seines HomeStudios zum Leben erweckt.

Rone hat immer die gesamte Länge eines Albums bevorzugt, um sich Ausdruck zu verleihen und den richtigen Partner für seine langformatigen Geschichten im französischen Label ‚inFiné’ gefunden. Jedes seiner Alben ist ein Schnappschuss seines Lebens, ein autodidaktischer, diskreter Musiker, sein unschuldiges Gesicht versteckt hinter runden Brillengläsern und einem großzügigen Lachen.

Seine Alben „Spanish Breakfast“ (2009) und „Tohu Bohu“ (2012) ließen einen sensiblen Künstler entdecken, der überschäumt vor Kreativität, Enthusiasmus und Persönlichkeit. Mit „Creatures“ bestätigt Rone einmal mehr sein musikalisches Talent. Das Album reflektiert ein neues Verlangen nach ruhigen, freien Weiten, Sonne und Schatten, elektronischem Funkenschlag und akustischer Schönheit.

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In erster Linie sind seine „Kreaturen“ aber eine Art, alltäglichen Erfahrungen und Eindrücken Ausdruck zu verleihen. Über sein Leben, das sich seit der Geburt seiner Tochter radikal geändert hat, und über seine wachsende Zusammenarbeit mit seiner Freundin, der Künstlerin Liliwood, die die visuellen Elemente des Albums entwarf.

Seit seiner Zeit als Filmstudent an der Sorbonne haben Bilder eine besonders starke Resonanz auf Rone. Die spektrale Einführung zum Album „(00)“ setzt den entscheidenden Akzent: “Open your ears and open your eyes.”

Während „Tohu Bohu“ die Organisation von Rones „persönlichem Chaos“ ist, war die Schaffung seines neuen Albums eine resolut kollaborative Erfahrung. „Ich wollte, daß „Creatures“ weniger auf mich fokussiert ist, offener für äußere Einbringungen, gemeinschaftlich geschaffen. Eigenartigerweise habe ich dennoch den Eindruck, es ist das intimste meiner bisherigen Alben.“ Die Gefahr bestand darin, daß diese kleinen Monsterkreaturen zu schelmisch würden, zu ungleich, zu zerstreut, aber ständige Selbstkritik und der Drang, sich in der Zusammenarbeit mit Anderen immer selbst neu voranzutreiben, haben dazu beigetragen, daß sein neues Album das versierteste seiner Diskografie wurde.

Untrennbar von Rones Geschichte sind das Label -inFiné- und dessen Musiker, wie Bachar Mar-Khalifé, der für Vocals und Arrangements sorgte, so auch dem kaum hörbaren, kindlichen Gebrabbel von Erwans Tochter Alice in „Calice Texas“ Glanz verleiht oder dem scharfen Cello Gaspar Claus’ im infernalen „Freaks“. Eine in gewisser Weise beratende Rolle hatte auch Bryce Dessner, der Gitrarrist von „The National“. Beide trafen sich bei einem Konzert in Brooklyn, wo Dessner Rone darum bat, an der Programmierung ihres letzten Albums zu arbeiten. Dem Zusammentreffen dieser zwei Persönlichkeiten ist das beinah gefährlich poetische „Elle“ zu verdanken, dessen Originalversion „Mortelle“ auf der Vinylausgabe enthalten ist. Lyrics und Vocals stammen von keinem Geringeren als Etienne Daho.

Bei diesem Album setzt Rone seine bei „Tohu Bohu“ begonnene Erforschung analoger Klänge fort und so werden die Schreie seiner Maschinen und zahlreiche „glückliche Unfälle“ zu Grundsubstanzen in der Kreation von „Creatures“, wobei er dancefloor-freundlichere Parts mit symphonischer Partitur („Ouija“) oder Hip-Hop-Rhythmen („Sing Song“) mischt. Und doch weiß Rone einen Track beschaulich zu halten. Sea Oleenas Stimme schwebt über elegischen Klaviernoten bei „Sir Orfeo“, bei „Acid Reflux“ offenbart die gedämpfte Trompete Toshinori Kondos des Künstlers unverhohlene Liebe zu himmlischen Jazz Sounds und ein Nebelhorn legt sich bei „Vif“ auf einen sich bis zur Unendlichkeit ausdehnenden Synthesizer Sound.

Aber einige seiner Kreaturen sind haltlos, reiselustig, streben danach der Erde zu entkommen. Bei „Roads“ schafft Rone ein vergnügtes Interludium mit Schnick-Schnack-Samples, aufgenommen bei seiner letzten Amerika Tour, und Gitarrenschnipseln von Bryce Dessner. Bei „Quitter la Ville“ (die Stadt verlassen) lädt er Francois Marry (François & The Atlas Mountains) zum Landschaftsspaziergang ein, der behutsam an das Ende des Albums heranführt.

Um seine Erfahrungen zu erweitern spielt Rone live, und keine DJ-Sets. Das findet er wichtig und es hat seiner internationalen Anhängerschaft großen Zuwachs beschert. In Europa hat er auf den größten Festivals und in einigen der angesehensten Konzerthallen gespielt. Darüber hinaus in Japan, den USA und Kanada. Die Vorbereitungen für die nächste Nordamerika –Tour im Frühling 2015 laufen und seine neue Live Show (Ertsaufführung beim Transmusicales in Rennes (FR) wird Teil zahlreicher Musikereignisse im kommenden Sommer sein.


Rone / Live:

27.02.2015  Berlin - Gretchen

Tracklisting:

1) (oo)

2) ACID REFLUX

3) MORTELLE

4) SING SONG 5) MEMORY 6) SIR ORFEO 7) OUIJA

8) ROADS

9) CALICE TEXAS

10) FREAKS

11) QUITTER LA VILLE

12) VIF