22.06.2014 08:45 An Extended Performance!

Musik: Steven Wilson mixte Jethro Tulls berühmtes Album "A Passion Play" als Luxus-Paket

Jethro Tull veroeffentlicht Album A Pasion Play

Thema des Albums ist ein Zyklus um Wiedergeburt und ewiges Leben, die Erkenntnis, dass die Entscheidungen des Lebens bis in das Nachleben reichen – die alte Geschichte von Gut gegen Böse, Gott gegen den Teufel. © Chrysalis / Warner Music Entertainment

Von: GFDK - networking media

Was zunächst in einem Fiasko zu enden schien, erhob sich wie ein Phoenix aus der Asche: Das sechste Studio-Album “A Passion Play” von JETHRO TULL spielte sich trotz katastrophaler Umstände auf Platz 1 der US-Charts und definierte den Progressive Rock-Sound der 70er Jahre. Das legendäre Album erscheint nun von Steven Wilson neu gemischt als Doppel-CD, Doppel-DVD (Audio und Video) und zum Download mit den verworfenen Aufnahmen aus dem Château d’Hérouville.

Nach “Benefit” (1970), “Aqualung” (1971) und “Thick As A Brick” (1972) ritten JETHRO TULL auf dem Kamm einer Erfolgswelle der Popularität. Im Zuge der Tour zu “Thick As A Brick” bespielten sie die größten Arenen auf beiden Seiten des Ozeans, doch gerade der Erfolg von “Thick As A Brick” stellte sie vor neue Herausforderungen: Was macht man nach einem opulenten Konzept-Album, das aus nur einem Song von 44 Minuten Länge besteht? Die Antwort: Ein Doppelalbum, das wieder aus einzelnen Songs bestehen sollte.

In diesem Jahr gingen JETHRO TULL zum ersten Mal in ihrer fünfjährigen Karriere mit unverändertem Line-Up ins Studio – und wieder mit klarer Aufgabenverteilung. Gründungsmitglied und Bandleader Ian Anderson schrieb seine Songs auf akustischer Gitarre, Flöte und diesmal auch Saxophon, und Gitarrist Martin Barre, Bassmann Jeffrey Hammond-Hammond, Drummer Barriemore Barlow und Keyboarder John Evans sorgten für das perfekte Umfeld für Andersons Kompositionen. Die nächste Frage lautete also: In welches Studio sollte man gehen?

Zwei Kriterien standen im Vordergrund: Zum Einen sollte das Studio sich auf dem Festland befinden – schon aus steuerlichen Gründen. Zum Anderen musste es ein Studio mit einem guten Ruf sein und der Band ein bequemes Umfeld liefern. Das Château d’Hérouville bei Paris schien auf den ersten Blick perfekt zu sein: Elton John hatte hier sein Album “Honky Château” aufgenommen, Pink Floyd spielten hier ihren Film-Soundtrack “Obscured By Clouds” ein. Es gab einen Wohnbereich und das Studio war sehr gut ausgerüstet – offenbar die perfekte Wahl. Was sollte also noch schiefgehen? Alles.

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Die Aufnahmen endeten in einem Desaster. Zunächst gab es technische Probleme mit dem Studio. Dann gab es da den Wohnbereich… die Band musste sich einen gemeinsamen Schlafraum teilen, der sehr spärlich ausgerüstet war. Das wäre noch tolerierbar gewesen, wenn sie die einzigen Bewohner gewesen wären. Unglücklicherweise mussten sie sich die Betten mit einer Vielzahl von einheimischen Bettwanzen teilen. Und um das Fass zum Überlaufen zu bringen, zogen sich alle Bandmitglieder eine üble Nahrungsmittelvergiftung zu, die eine Folge des Inhouse-Caterings war. Es überrascht nicht, dass sie sich entschieden, wieder nach Hause zu fahren und das bis dahin aufgenommenes Material von ungefähr einer Stunde Länge links liegen zu lassen. JETHRO TULL fingen von vorn an und schrieben ein komplett neues Album, anstatt irgendwie zu versuchen, die Begeisterung wiederzubeleben und die Band auf etwas einzuschwören, was bereits gescheitert war.

So entstand schließlich “A Passion Play”, ein Album, das sich zu einem 45-minütigem Prog-Rock-Monument mit komplizierten Rhythmen, komplizierten Texten und – nun ja – kompliziertem Allem entwickelte. Bis zum nächsten Tourstart blieben noch neun Tage Zeit, und so musste es schnell gehen. Thema des Albums ist ein Zyklus um Wiedergeburt und ewiges Leben, die Erkenntnis, dass die Entscheidungen des Lebens bis in das Nachleben reichen – die alte Geschichte von Gut gegen Böse, Gott gegen den Teufel. Und – es wurde eines der beeindruckendsten Alben von JETHRO TULL: heiß diskutiert unter den Fans und auf Anhieb platziert auf Position 1 der US-Charts.

Die nun erscheinende Extended Performance-Edition von A Passion Play erscheint in einem wundervollen 2CD/2DVD-Paket, das wie ein Buch gebunden ist. Es enthält das Original-Album und das Material der Aufnahmen aus dem Château d’Hérouville, das von Steven Wilson neu gemixt wurde. Die DVDs präsentieren überdies einen ebenfalls von Wilson vorgenommenen Mix in bestem 5.1 Surround-Sound und zusätzliches Videomaterial.

Album-Veröffentlichung: 11.07.2014


Kai Manke


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