25.12.2013 08:20 Für alle Feinfühligen unter uns

Musik: Mooryc vereint alles bisher Geschaffene auf seinem Debütalbum "Roofs"

Mooryc veroeffentlicht sein neues Album Roofs

"Musik machen ist für mich wie eine Therapie. Dann kann ich Dinge loslassen, die mich beharrlich beschäftigen" sagte er vor einiger Zeit in einem Interview für die Electronic Beats. Foto: Album "Roofs" © Freude am Tanzen/Rough Trade

Von: GFDK - Rough Trade

Das allererste Album ist immer eine Herausforderung, wenn man schon an großen Veröffentlichungen gemessen wird. Erwartungen - sowohl eigene als auch fremde - müssen erfüllt werden, und ein Stück Innovation darf natürlich auch nicht fehlen.

Mit der EP "All Those Moments" hat Maurycy Zimmermann alias Mooryc im letzten Jahr Kritiker und Publikum gleichermaßen fasziniert. Sachte Electronica traf dort auf Melancholie und seine Stimme versöhnte die Unbarmherzigkeit des geraden Takts mit schwärmerischen Balladen. Unvergesslich prägte sein bittersüßer Gesang auch "KRL", das starke Erstlingswerk von Douglas Greed. Daraus erwuchs ihr gemeinsames Bandprojekt Eating Snow, laut Douglas Greed eine "bipolare Freundschaft", und der wunderschöne Downtempo-Track "Siamese Twins By Choice" erschien bei Bpitch Control.

Aber auch Dapayk erkannte Moorycs Qualitäten und veröffentlichte erst kürzlich die limitierte 10" "Simply" auf seinem Label Fenou. Und nun kommt "Roofs", das Debüt von Mooryc. Es ist eine organische Weiterführung seines bisherigen Schaffens, die alles bisher Geschaffene vereint und es ein Stück weiterführt. Dieses Album erfüllt nicht einfach nur Erwartungen - es ist ein Geschenk für alle Feinfühligen dieser Welt.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Durchdacht und dennoch aus der Tiefe seines Herzen kommend, ist "Roofs" noch klarer strukturiert als "All Those Moments". Ohne jedoch dessen Verspieltheit zu verlieren. Mooryc experimentierte verstärkt mit neuen Rhythmiken, erforschte neue Tonwelten und adaptierte daraus vorsichtig für seine eigene Vorstellung von Tanzflächen - sowohl imaginären als auch wirklichen. In allen zehn Titeln von "Roofs" erkennt man eindeutig die Autorenhandschrift von Mooryc. Verstärkt wird das durch seinen eindringlichen Gesang.

"Musik machen ist für mich wie eine Therapie. Dann kann ich Dinge loslassen, die mich beharrlich beschäftigen" sagte er vor einiger Zeit in einem Interview für die Electronic Beats. Das glaubt man Mooryc sofort. Bis auf die Lyrics von "Seperate Directions", die Kumpel Greed für Mooryc schrieb, stammen alle Texte aus seiner eigenen Feder. Mit seiner Stimme bewegt er sich stets zwischen schmerzlich erscheinender Verzagtheit, Mut fassender Erwartung und nach vorne gerichteter Courage.