27.07.2012 07:13 beste Remix-Erfahrungen seines Lebens

Musik: Hildegard Knef - Remixed - 12 Versions by Hans Nieswandt

bureau b

Von: bureau b

Als im Sommer 2011 das Hamburger Label Bureau B bei Hans Nieswandt anklopfte, um ihm die Produktion eines kompletten Hildegard-Knef-Remix-Albums vorzuschlagen, gab es für den Kölner DJ und Produzenten nicht viel Nachzudenken. Ziemlich genau zehn Jahre vorher hatte er schon mal einen Remix für diese große deutsche Sängerin angefertigt („Bei dir war es immer so schön“) und diese Arbeit danach stets als eine der besten Remix-Erfahrungen seines Lebens gepriesen. 

 

Der Grund dafür lag in der besonderen Qualität des Ausgangsmaterials – komplette, digitalisierte Orchesterspuren aus den frühen und mittleren 70er Jahren, von besten Musikern mit besten Mikrofonen in akustisch optimalen Räumen aufgenommen. Dazu Hildegard Knefs Stimme als trockenes A cappella, etwas unglaublich Seltenes und Kostbares, das die meisten Menschen so überhaupt nie zu hören bekommen. Die Vorstellung, noch einmal zwölf dieser Meisterwerke sezieren und neu zusammenbauen zu dürfen, war für Nieswandt unwiderstehlich.

 

Und die Technik hatte sich inzwischen stark weiterentwickelt. Anlass für Nieswandt, sich für ein strenges Arbeitsprinzip zu entscheiden: für die Remixe verwendete er, bis auf sehr wenige Ausnahmen im Kickdrum- und Basslinebereich, ausschließlich   diese umwerfenden Originalparts, fügte keinerlei zusätzlichen Plug-In-Synthesizer, Drum Machines oder andere Samples hinzu. Denn was konnte man mit dem Vorhandenen allein schon alles anfangen! Dank Software und Frickelfleiß ließ sich aus den Swing-Rhythmen des Drummers je nach Stimmung mal ein Reggae-, mal ein Housebeat bauen. Allein schon durch das Neudenken der Mischverhältnisse sowie durch Reduktion trat Erstaunliches zu Tage: der sonst tief im Mix versteckte Schlagzeuger hat de facto einen derben Groove. Der Bass, damals gern weit nach hinten gemischt, bildet mit ihm ein Rhythmusgerüst von enormer Tragfähigkeit und Solidität, vor allem, wenn man den Beat flext, das heißt mit modernen Mitteln auf Linie bringt und aufpumpt.

 

Auf dieser hochbelastbaren, tiefergelegten Basis baute Nieswandt die Lieder dann nach und nach neu auf, vergleichbar einer Kernsanierung, bei der der Charakter der alten Substanz zwar voll erhalten bleibt, aber mit neuen Kabeln, W-Lan und allerlei Elektronik auf den neuesten Stand gebracht wird, nunmehr nutzbar für neue Bewohner, in diesem Fall neue Hörer. Dieses Erhalten des ursprünglichen Charakters war Hauptanliegen bei diesem Projekt, denn neben der Brillanz der Musiker ist es natürlich Hildegard Knefs fesselnder Gesangsvortrag und die stets packenden, ans Eingemachte gehenden Inhalte ihrer Texte, ihr ganzer glanzvoller Geist, der sich so einer neuen Generation wie durch ein neues Medium mitteilen kann. Wenn solche Stimmen heute noch hergestellt würden und solche Texte heute noch geschrieben, dann könnte dies eine Platte von heute sein.

 

Parallel zu Hans Nieswandts Hildegard-Knef-Remix-Album-Produktion ergab sich auch der äußerst glückliche Umstand einer neuen Zusammenarbeit der sagenumwobenen Formation Whirlpool Productions, bestehend aus Eric D. Clark, Justus Köhncke und Hans Nieswandt. Über zehn Jahre nach ihrem letzten gemeinamen Album nahmen sich die drei das Knef-Stück „Das ist Berlin“ gemeinsam vor.

 

Dieser Remix wird flankiert von Eric D. Clarks Sichtweise von „Ich liebe euch“, Justus Köhnckes Interpretation von „Und wenn ich wage dich zu lieben“ sowie Hans Nieswandts Remix von „Ich schreib dir ein Buch“. Die 12'' wird in limitierter Auflage gepresst.

 

Ein Video zu ihrem gemeinsamen Hildegard-Knef-Remix ist unter eigener Regie derzeit in Arbeit.

 

 

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