13.08.2014 08:45 Phänomen unserer Zeit

Kyla La Grange und Kygo arbeiten zusammen an neuem Album: "Cut Your Teeth"

Kyla La Grange praesentiert neues Album

Kyla La Grange ist zurück und ihre Songs sind leichter und beschwingter geworden. Bild 1 + 2 © Sony Music

Kyla La Grange ist zurueck

Cut your teeth ist das neue Album von Kyla La Grange

Album "Cut your teeth" © Sony Music

Von: GFDK - Sony Musik

Kygo — oder Kyrre Gørvell-Dahll, wie der 22jährige Produzent aus Norwegen mit bürgerlichem Namen heißt, — hat die Internet-Gemeinschaft mit einer ganzen Reihe von hochkarätigen Remixen für Künstler wie Coldplay, aber auch mit inoffiziellen Mixen von Songs für Ed Sheeran, M83 und Ellie Goulding im Sturm erobert.

Mit fast 250.000 Abonnenten bei Soundcloud, beinahe 40 Millionen Aufrufen der Songs in seinem Kanal und nicht weniger als 10 Nummer-1-Erfolgen in den Hype Machine Charts ist Kygo zu einem wahren Phänomen unserer Zeit geworden. Schon heute hat er das Zeug dazu, die größten Hallen weltweit bis auf den letzten Platz zu füllen. Zurzeit ist Kygo mit dem Feinschliff an einem neuen Remix für Lana Del Reys ,West Coast‘ (Polydor) sowie mit seiner einzigartigen Aufbereitung von Kyla La Granges Single ,Cut Your Teeth‘ beschäftigt.

Sein Remix von ,Cut Your Teeth‘ war zunächst eine nicht autorisierte Bootleg-Aufnahme, die aber direkt auf Platz 1 der Hype Machine Charts landete und nun zum offiziellen Remix erklärt wurde; mit internationalem Erfolg in den iTunes Electronic Charts. Kyla und Kygo arbeiten nun zusammen an neuem Material; darunter auch ein Song für Kygos bald erscheinendes Debütalbum.

Kyla La Grange ist zurück und ihre Songs sind leichter und beschwingter geworden. Ihr in Kürze erscheinendes zweites Album, der Nachfolger zum Debüt Ashes (2012) führt die Sängerin und Songwriterin in eine ganz neue, fesselnde Richtung, mit einem Gespür für Initiative, Entschlossenheit und einem völlig frischen musikalischen Ansatz.

In der Zeit nach der Veröffentlichung von Ashes reiste Kyla nach Südafrika, der Heimat der mütterlichen Seite ihrer Familie. Über Weihnachten lebte sie bei ihren Großeltern und einer Tante. Entspannt und weit entfernt vom Druck der Musikbranche begann sie wieder, neue Songs zu schreiben. Dieses Mal allerdings tauschte sie die Gitarre mit Garagenband und einem Relikt aus ihrer Kindheit: „Meine Mutter entdeckte ein altes Keyboard, das ich hatte als ich 12 war, mit all diesen idiotischen, aber wirklich guten Sounds — Xylophon, Kalimba und Samples aus den 80ern. Es war wirklich ein Spaß“, erinnert sie sich. „Es erinnerte mich an die Zeit, als ich jünger war und ich zwang meine Freunde, in meinen Keller zu kommen und in einer Ecke Songs mit mir zu schreiben.“

Die Neuentdeckung dieser alten Technik hatte einen gewinnbringenden Effekt. Kyla erklärt: „Es brachte eine Menge von Songs dieser Zeit wieder hervor, und all die Geschichten, die andere Kinder mir erzählten, als ich aufwuchs, und all die Leute, die ich damals getroffen habe.“

Während die Songs Form annahmen, wurde klar, dass Kylas zweites Album eine Reminiszenz an ihre Kindheit und Jugend werden würde, mit einer Reihe von Beobachtungen der Zeit und der Menschen, die damals eine Rolle spielten.

Und was ihren musikalischen Quantensprung betrifft, so wurde dieser teilweise dadurch ausgelöst, dass sie dieses Mal einen Computer nutzte, um an Ihren Demos zu arbeiten und teilweise dadurch, dass sie vom Elektro-Produzenten James „Jakwob“ Jacob, der schon Remixe für so ziemlich jeden von Ellie Goulding und Lily Allen bis hin zu Usher und Lana Del Rey produzierte und sich darüber hinaus auch noch mit seinen eigenen Songs einen Namen gemacht hat, gebeten wurde, auf einem seiner Tracks zu singen.

„Es lief wirklich gut und ich mochte seine Produktionen sehr, und so fragte ich ihn, ob er einen meiner neuen Songs ,Cut Your Teeth‘ mit mir produzieren wollte“, erklärt sie. „Also machten wir diesen Song und ich spielte ihn meinem Manager und dem Team vom Label vor, und sie fanden ihn alle großartig“.

Und so kam es, dass Jakwob und Kyla alle Songs - mit Ausnahme von einem - für ihr zweites Album gemeinsam produzierten, und Cut Your Teeth zur ersten Single wurde. Es ist das erste Mal, dass Jakwob ein ganzes Album für einen einzelnen Künstler produziert hat. Kyla nahm zwei weitere Songs mit Jas Shaw von Simian Mobile Disco und einen mit Igor Haefeli von Daughter auf. Wer auch immer bei ihr auf dem heißen Stuhl im Studio saß, die Arbeit lief gleichmäßig reibungslos.

„Es war so schmerzlos“, sagt sie über die Arbeit an der neuen Platte. „Mein erstes Album aufzunehmen dauerte Jahre und war ein wirklicher Kampf. Ich war so besessen von Beziehungen auf diesem Album, dass alles nur um Herzschmerz ging. Wenn du unglücklich bist, kannst du über nichts anderes schreiben, aber dieses Mal war ich nicht deprimiert. Das befreit dich und du kannst über andere Dinge schreiben. Dieses Album zu machen war viel einfacher."

Kyla scherzt, dass sie alles falsch herum gemacht hat - da sie nun eigentlich das schwierige-zweite-Album-Syndrom erleiden müsste. Sie beschreibt die neue Richtung als spartanischen Pop, der akustische und elektronische Elemente vereint, mit Gitarren, Bass und Schlagzeug,  aber auch mit Synthesizern und verschiedenen Keyboards. Jakwob übernahm die Programmierung und die Musiker ihrer Band stehen schon bereit, um Kyla bei der Live-Präsentation ihres Albums zu unterstützen.

Wenn das neue Album ein Motto hat, dann geht es um vergangene Ereignisse, die auch im Erwachsenenalter noch nachhallen. In ,Cut Your Teeth‘ geht es um ein „Kind, das zurecht gewiesen wird“. ,Fly‘ handelt von Mobbing unter Jugendlichen. ,White Doves‘ geht zurück auf ein seltsames, gruseliges Ereignis ihrer Kindheit, als sie „sich in ein Zimmer einschlich, wo angeblich ein Mann begraben lag, um Süßigkeiten zu klauen“. Das Unheimliche, wenn nicht Übernatürliche ist eine Art Leitmotiv. „Ich habe früher oft ein Spiel namens Matchy-Matchy gespielt, in dem ich meinen Freunden erzählte, dass jemand kommen und sie umbringen würde, während sie schlafen“, sagt sie und beeilt sich hinzuzufügen, dass das Ganze eher witzig als bösartig gemeint war.

,The Knife‘ handelt von „Menschen, die sich über eine Beziehung definieren und nichts mehr haben, wenn diese zu Ende ist“. ,Maia‘ beschreibt „die Angst vor dem Tod und dem Ende der Welt“. ,I‘ll Call For You‘ erzählt davon „jung zu sein und Angst vor dem Sterben zu haben“ - Kyla erinnert sich daran, wie sie als Fünfjährige aus ihrem Kinderzimmer nach ihren Eltern schrie, in jungen Jahren schon voller Angst vor der Endlichkeit. ,Never that Young‘ wirft einen misstrauischen Blick auf die Ehe. ,Cannibals‘ handelt von „Menschen, die so ineinander verschlungen sind, dass es so scheint, als würden sie sich gegenseitig aufessen“.

Über die neuen Songs sagt Kyla, dass „sie Dinge betrachten, die damals schrecklich waren, die schlimmen Dinge, die Menschen sich gegenseitig antun.“ Aber der springende Punkt ist, dass sie sich diese Dinge mit einer relativen Gelassenheit ins Bewusstsein zurück holt.

„Es sind einige weniger fröhliche Songs auf dem Album, aber sie sind größtenteils aus beobachtender Perspektive geschrieben“, stellt sie klar.“ Die emotionale Intensität des ersten Albums, das ich so stark gefühlt habe, ist nicht da. Das war die Verzweiflung eines Teenagers. Dieses Mal denke ich eher, ,Oh mein Gott, mir geht es tatsächlich gut.“

„Ich bin in meinen Zwanzigern, zufrieden und ich denke mir, „Puh, ich bin froh, dass das alles nicht jetzt passiert“, fährt sie lachend fort. „Das letzte Jahr über habe ich mich gesetzter und glücklicher gefühlt als je zuvor. In allen Interviews zu meinem ersten Album hieß es ,Warum schreibst du so traurige Songs?‘ - ,Weil ich traurig bin, was denkst du denn?‘ Bei ,Ashes‘ habe ich mir viel von der Seele geschrieben, und das unter Tränen. Ich steckte so drin in der ganzen Sache. Dieses Mal war alles so viel kreativer und schöner. Der ganze Prozess war befreiter“.

Die Songs sind raffiniert produziert, minimal aber effektiv, wobei einige den beobachtenden Texten ein episches Gefühl verleihen, das an die Powerballaden der 80er Jahre erinnert — Bonnie Tylers ,Total Eclipse Of The Heart‘, Hearts ,Alone‘ oder T‘Paus ,China In Your Hand‘ sind und bleiben die musikalischen Eckpfeiler aus Kylas Jugend.

„Ich habe ,China In Your Hand‘ auf einem Markt gekauft, als ich 10 war und ich habe es immer und immer wieder gespielt“, erinnert sie sich. „Ich habe dazu im Wohnzimmer einen ,Napoleon Dynamite‘-artigen Tanz dazu getanzt und den Refrain lauthals mitgesungen. Den Refrain liebe ich immer noch und ich werde es immer tun“.

Der Großteil der Musik, erklärt Kyla, ist reduziert, nicht so vielschichtig und passt zu dem provisorischen Ansatz, der schon aus der ersten Single hervorsticht. „Ich wollte ein bisschen von diesem ,Ich-bin-im-Keller-mit-Garageband-und-einem-abgerockten-Keyboard‘-Gefühl aufrecht erhalten,“ sagt sie.

Seit Ashes hat sie einen langen Weg zurückgelegt, soviel ist klar.

„Ich hab damals mit Folk angefangen, bin bei Akustik-Abenden aufgetreten und die Songs auf meinem Debütalbum bestanden erst auch nur aus einer Akustikgitarre und mir, bevor sie dann groß und rocklastig wurden. Dieses Mal habe ich für einen Song erst einmal einen Beat gefunden und darauf dann die Tonart aufgebaut und eine Geschichte darum gestrickt.“

Aber — für die Fans ihrer früheren Songs besteht sie darauf — das Album erzählt nicht einfach nur die Geschichte von Kyla, die nun das Glück gefunden hat. „Persönlich bin ich glücklich, aber ich werde immer über dunklere Themen schreiben, weil es ziemlich langweilig ist, über schöne Dinge zu schreiben“, meint sie.

Jetzt wissen wir, woher ihre Musik kommt. Aber welche Richtung wird sie nun einschlagen?

„Ich bin einfach nur glücklich, dass ich das Album gemacht hat“, antwortet sie. „Ich kann nicht glauben, dass ich in meinen Zwanzigern bin und wirklich Musik mache — das ist so cool. Ich war nie eine Künstlerin, deren Ruf auf Hits oder Hype aufbaute. Ich hatte nie große Erwartungen. Ich liebe es einfach, Songs zu schreiben und Musik zu machen. Und wenn dieses Album ankommt, großartig — denn das bedeutet, dass ich noch eins machen kann.“

Weiterführende Links:
www.kylalagrange.com