12.10.2013 08:40 Prüfstein für alle Quartette

Quartetto di Cremona widmet sich entscheidenden Lebens- phasen Beethovens auf "Ludwig van Beethoven: Complete String Quartets - Vol. 2"

Neues Album Ludwig van Beethoven Complete String Quartets Vol. 2 des Quartetto di Cremona

Das Quartetto di Cremona hat sich seit der Gründung im Jahr 2000 zum besten Quartett seines Landes, aber auch zu einem der profiliertesten und musikalisch einfallsreichsten in Europa entwickelt. Foto: Album "Ludwig van Beethoven: Complete String Quartets - Vol. 2" © audite

Von: GFDK - Sabine Wiedemann

Nach der erfolgreichen Veröffentlichung von Vol. I der Gesamtedition Beethoven Streichquartette mit dem Quartetto di Cremona setzt audite die Reihe nun fort. Die Werkauswahl des zweiten Bandes stammt aus zwei Perioden, in denen Beethoven sich endgültig von der vorherrschenden Liebhaber-Kultur des späten 18. Jahrhunderts verabschiedete.

Die Quartette op. 59 aus dem Jahr 1806, komponiert im Auftrag des russischen Fürsten Kyrill Rasumowsky, waren für das berühmteste Profi-Quartett in Wien geschrieben, das von Ignaz Schuppanzigh angeführt wurde. Seine Ton­sprache ist nicht mehr ausgewogen und wohl abgeschmeckt wie die seiner Zeitgenossen, sondern extrem in jeder Hinsicht: rabiat und mit Empfindung, opernhaft dramatisch und voller kontrapunktischer Finessen.

Diesem Werk aus der reifen Phase Beethovens stellt das „Quartetto di Cremona" das Opus 127 aus dem Jahr 1824 gegenüber. Es ist jenes Werk in Es-Dur, mit dem der schon ertaubte Beethoven die Reihe seiner Spätwerke begann, die von den Zeitgenossen mit Erschrecken, von den Nachfahren mit Bewunderung aufgenommen wurden.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Lange hat man nach der Auflösung des „Quartetto Italiano" in den 1980er Jahren nichts von einer italienischen Quartettvereinigung vernommen, die den Anschluss an die Weltspitze gesucht hätte. Mit den vier jungen Musikern aus Genua aber, die sich nach ihrem Studium in der Geigenbaustadt Cremona zum „Quartetto di Cremona" zusammenschlossen, ist italienische Quartettkunst wieder im Gespräch. Das Ensemble hat sich seit der Gründung im Jahr 2000 zum besten Quartett seines Landes, aber auch zu einem der profiliertesten und musikalisch einfallsreichsten in Europa entwickelt.

Diesen Rang dokumentiert der vor einem Jahr bei audite begonnene Zyklus sämtlicher Streichquartette Beethovens - in seiner inhaltlichen Dimension und anspruchsvollen Spielhaltung immer schon ein Prüfstein für alle Quartette.

Instrumente Beethoven Vol. II:

Violine I: Guarneri del Gesù
Violine II: Giovanni Battista Guadagnini
Viola: Pietro Gargini (Pistoia - 2012)
Violoncello: Marino Capicchioni (Rimini - 1974)

 

 

Sabine Wiedemann
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