01.08.2013 08:15 Der Himalaya der Klavierliteratur

Musik/Konzert Klassik: Igor Levit präsentiert live seine Debüt-CD "Beethoven The Late Piano Sonates"

Igor Levit praesentiert seine Debuet-CD bei Sony Classical

In diesem Jahr war Igor Levit Artist in Residence beim Heidelberger Frühling und erfolgreiche Solo-Konzerte führten ihn bereits nach München, Frankfurt, Hamburg, Salzburg und Berlin. Bild 1-3: Igor Levit © Felix Broede

Igor Levit geht auf Konzertreise mit CD

Igor Levit ist ein talentierter Pianist

Debuet-Album Beethoven The Late Piano Sonates von Igor Levit

Bild 4: Album "Beethoven The Late Piano Sonates" © Sony Classical

Von: GFDK - Sony Classical - 4 Bilder

Igor Levit zählt zu den herausragendsten Pianisten der jungen Generation. Als jüngster Teilnehmer gewann er beim 2005 ausgetragenen International Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv gleich vier Preise. In diesem Jahr war er Artist in Residence beim Heidelberger Frühling und erfolgreiche Solo-Konzerte führten ihn bereits nach München, Frankfurt, Hamburg, Salzburg und Berlin.

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Am 16. August erscheint sein CD-Debüt bei Sony Classical, für das er sich gleich dem Himalaya der Klavierliteratur nähert. Levit hat die fünf späten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven aufgenommen: die Sonate A-Dur op. 101, die Sonate B-Dur op. 106 („Hammerklaviersonate“), die Sonate E-Dur op. 109, die Sonate As-Dur op. 110 und die Sonate c-Moll op. 111.

www.igorlevit.com

 

Konzerte mit CD-Programm

02.09.13   Schwarzenberg (A), Schubertiade

04.09.13   Stuttgart, Liederhalle

25.09.13   Grünwald, August-Everding-Saal

06.10.13   Essen, Philharmonie

20.10.13   München, Prinzregententheater

18.11.13   Frankfurt, Alte Oper

03.12.13   Berlin, Kammermusiksaal


Interview mit Igor Levit

Gibt es für einen Pianisten überhaupt eine größere Herausforderung als die letzten Beethoven-Sonaten?

Langfristig bestimmt nein – mittelfristig für mich vielleicht: Schubert. Beethoven ist Anfang des 19. Jahrhunderts im Grunde viel weiter gegangen als alle anderen nach ihm. Ein Werk wie die Hammerklaviersonate ist absolut radikal, sowohl in den manuellen als auch in den emotionalen Anforderungen. Diese Musik ist völlig frei und dennoch perfekt organisiert, sie ist metaphysisch – und verlangt zugleich so viel Körper!

Beethovens Musik ist immer Bekenntnismusik, Existenzmusik, eine Grenzerfahrung. Es geht um Humor, aber auch um Sich-Aufreiben. Auf meinem Flügel liegen immer kiloweise Beethoven-Noten, nicht nur die Sonaten, sondern auch Lieder, Klavierauszüge, die Sinfonien, Kopien von Bearbeitungen usw.

Das Spätwerk Beethovens gilt als schwer verständlich. Ein Missverständnis?

Ja und nein. Es gibt in diesen Werken ganz eigenartige Dinge, richtig „kaputte“ Stellen. Aber wenn man tatsächlich spielt, was Beethoven schreibt, dann ist auch der frühe Beethoven schon sehr heftig. Zum Beispiel der berühmte erste Satz der Mondschein-Sonate: Das durchgehende Pedal ist explizit vorgeschrieben, was bedeutet, dass die wechselnden Harmonien eigentlich ineinander fließen und sich durchmischen müssten. Kaum ein Pianist folgt hier dem Notentext. Ähnliches gilt für die Tempovorschriften: wenn Beethoven hier Halbe = 138 vorschreibt, dann ist das ein beinahe hysterisch schnelles Tempo ordinario. Und das muss ich auch befolgen!

„Allein Freiheit, Weitergehen ist in der Kunstwelt wie in der ganzen großen Schöpfung Zweck.“ Sagt Beethoven. Nachvollziehbar?

Absolut, ein sehr schöner Satz. Für mich als Interpreten bedeutet „Freiheit, Weitergehen“ aber eben nicht, dass ich mich über das Notierte hinwegsetze, sondern dass ich den Konventionen kritisch auf den Grund gehe und mich beständig frage, was eigentlich gemeint ist.

Was verbindet diese letzten Sonaten miteinander?

Vor allem die Entwicklung sehr großer Zusammenhänge aus kleinen motivischen Zellen, das findet sich in allen Sonaten. Schönberg nannte dergleichen später „entwickelnde Variation“. Je länger man sich das anschaut, desto mehr Korrespondenzen und Zusammenhänge findet man, dieser Sinn für Ordnungen und ganz unauffällige Organisationsprinzipien ist wirklich zum Niederknien.

Wann ist der rechte Zeitpunkt, diese Sonaten aufzunehmen?

Den gibt es nicht. Für mich hat sich das alles ganz organisch ergeben; ich habe mich dem späten Beethoven auf dem Weg über die in jeder Hinsicht komplexen Diabelli-Variationen genähert, die ich immer sehr geliebt und viel gespielt habe. Die Missa Solemnis war mein Lieblingswerk schon als Kind.

Wie geht es danach weiter?

Weiter auf meinem Weg.

 

 

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