06.05.2013 08:35 Songs mit Chris Rosikon, Thommy Heineke, Ella Raven

Musik: Pete Alderton bringt erneut seine Blues-Seele auf "Roadside Preaching" zum Vorschein

Pete Alderton lebt den Blues

Pete Alderton und seine langjährigen Freunde und Mitmusiker spielen sich mit ungenierter Leidenschaft in Sphären, die sonst nur Legenden wie Willie Dixon, Robert Johnson oder T-Bone Walker vorbehalten bleiben. Bild 1: Pete Alderton © Carsten Mentzel

Pete Alderton ist entspannt

Bild 2: Pete Alderton © Antillu

Album Roadside Preaching von Pete Alderton

Bild 3: Album "Roadside Preaching" © Ozella Music

Von: GFDK - Ozella Music - 3 Bilder

"Von Zeit zu Zeit musst du zurück zum Blues und dich aufladen", sagt Eric Clapton. Sein in Paderborn lebender Landsmann Pete Alderton ist dem Blues und seinen Spielarten dauerhaft verpflichtet. Mit seiner rauchigen, kratzigen, aber dennoch klaren Stimme sowie seinem ökonomischem Gitarren- und Bluesharp-Spiel, kehrt er mit berauschender Inbrunst seine Blues-Seele heraus, damit sie sich ohne Umschweife in die Seelen seiner Zuhörer einnisten kann.

"What's the soul of a man?", fragt er in dem Eröffnungs-Song seines neuen Albums 'Roadside Preaching". Dabei wandelt der mit den Wurzeln des amerikanischen und britischen Blues reichlich getränkte Pete Alderton auf den Spuren von Blind Willie Johnson, aus dessen Feder "Soul Of A Man" stammt. Der Song des 1945 völlig verarmt gestorbenen US-amerikanischen Sängers und Gitarristen, markiert Petes Identifikation zur unverfälschten Botschaft des Blues, die mit rationalenMethoden nicht zu begreifen ist: "As far as I can understand, a man is more than his mind."

Eingespielt hat Pete Alderton seinen neuen Longplayer mit jenen Musikern, mit denen er seit Langem in den Kneipen und Bluesschuppen Deutschlands und darüber hinaus unterwegs ist: Chris Rosikon (Gitarre, Bass, Mandoline) und Thommy Heineke (Akkordeon, Mandoline), sowie Gastsängerin Ella Raven, die auf drei Tracks zu hören ist. Der Klang der Straße, der Duft der Baumwollfelder am Mississippi und der Whisky-getränkte Sound der Clubs von Chicago umweht die sparsamen, von zarten Klang-Farben durchdrungenen Songs. Der für die künstlerische Endbearbeitung zuständige Tonmeister Hans-Jörg Maucksch hat bei der Bearbeitung der rauen, aber ehrlichen Aufnahmen ganze Arbeit geleistet.

Musik voller Leidenschaft

Pete Alderton und seine langjährigen Freunde und Mitmusiker spielen sich mit ungenierter Leidenschaft in Sphären, die sonst nur Legenden wie Willie Dixon, Robert Johnson oder T-Bone Walker vorbehalten bleiben. Und so ist 'Roadside Preaching' das Album eines Mannes, der viel erlebt und viel zu sagen hat. Unter die Haut geht der Track "Red Red Wine", der vom harten Leben auf der Straße berichtet, das oft nur unter der Verabreichung diverser Muntermacher erträglich erscheint. Pete Alderton, der persönlich dem Alkohol abgeschworen hat, weiß durchaus, was es bedeutet, wenn man nicht auf der Sonnenseite des Leben steht. Er bricht mit den Mitteln des Blues eine Lanze für mehr soziale Verantwortung und mehr (Mit)Menschlichkeit. Eindrucksvoll ist auch sein Appell gegen den Krieg ("Lament For The War"), der nichts als Leid und Zerstörung mit sich bringt.

 

 

Dagobert Böhm
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