04.03.2015 09:00 Jazz and Renaissance

Musik: Ohne Berührungsängste erschaffen Hugo Siegmeth und Axel Wolf kleine Meisterwerke auf der CD FLOW

Album Flow: Jazz and Renaissance from Italy to Brazil

Album "Flow: Jazz and Renaissance from Italy to Brazil" © Oehmsclassics

Von: GFDK - Ulrike Wilckens

Die beiden „musikalischen Brüder im Geiste“ Axel Wolf und Hugo Siegmeth kombinieren auf der vorliegenden CD frühe klassische Musik mit Jazz, Laute mit Saxophon. Auf „Flow: Jazz and Renaissance – from Italy to Brazil“ beim Label OehmsClassics widmen sie sich u.a. Werken von Claudio Monteverdi, George Gershwin, John Dowland und Miles Davis. Intensiv und frei treffen sich hier die Stile. Ohne Berührungsängste erschaffen Hugo Siegmeth und Axel Wolf kleine Meisterwerke – zeitlose Musik aus singendem Holz.

In 14 Stücken umspielen sich zwei Instrumente, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und doch wie aus einem Guss erklingen. In John Dowlands ‚Flow my tears‘ aus dem Jahr 1600 lässt etwa das Tenorsaxophon die Tränen fließen, begleitet von einer Theorbe, die fast an eine Folk-Gitarre erinnert. In einem anderen Stück besingen die Saiten ebendieser Laute die Schönheit des berühmten ‚Girl from Ipanema‘. Die Akkorde der Laute wickeln das Mädchen in ein barockes Gewand, die holzig-runden Töne der Bassklarinette lassen es elfengleich schweben. Im ‚Canzon Terza‘, einer Komposition des Spaniers Bartolomeo Selma y Salaverde, entstanden um 1638, ranken sich über einem ruhigen Puls luftige, tänzerische Arabesken empor. Ebenso ein Werk an der Grenze von Renaissance und Barock ist ‚Oncques Aour‘ des Italieners Giovanni Bassano. Eine ausgeschriebene Improvisation, in der das Sopransaxophon, Siegmeths ideales Vehikel für die Begegnung der Musikstile, die Melodie wunderbar klar und jubilierend nachzeichnet.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Hugo Siegmeth sieht sich als ein europäischer Jazzmusiker, für den es selbstverständlich ist, auch klassische Musik als Improvisationsfeld zu nutzen. Er wurde 1998 mit dem Bayerischen Jazzförderpreis und 2001 mit dem New Generation Award des Bayerischen Rundfunks ausgezeichnet. Auf internationalen Festivals und Bühnen ist er nicht nur allein, sondern auch mit seinem Ensemble Passacaglia und seinem Jazzquartett zu hören. Seit 2006 komponiert und produziert Siegmeth außerdem Filmmusiken. Der Echopreisträger (2013, Klassik ohne Grenzen) und international gefragte Lautenist Axel Wolf ist einer der profiliertesten Vertreter seines Instruments. Das Spektrum seiner musikalischen Aktivitäten erstreckt sich vom Solospiel über Kammermusik bis hin zum Operngraben. Bei Opern-, Konzert- und CD-Produktionen arbeitete er mit Dirigenten wie Peter Schreier und Enoch zu Guttenberg zusammen.


Ulrike Wilckens   
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