14.01.2013 07:50 Brittens psychologisches Antiken-Drama zum Brittenjahr 2013

Musik Klassik: THE RAPE OF LUCRETIA mit Ian Bostridge und Angelika Kirchschlager

Musik Klassik: THE RAPE OF LUCRETIA mit Ian Bostridge und Angelika Kirchschlager

Bild 1: Ian Bostridge © Ben Ealovega

Bild 2: Ian Bostridge © Peter Adamik

Bild 3: Ian Bostridge © Simon Fowler

Bild 4: Album "THE RAPE OF LUCRETIA" © Emi Music

Von: GFDK - EMI Music - 4 Bilder

Vier Britten-Opern zählen in hochgelobten Gesamtaufnahmen zu den Meilensteinen in der Diskografie des englischen Tenors Ian Bostridge. Jetzt kommt mit der Kammeroper The Rape of Lucretia eine fünfte hinzu - live von Brittens Aldeburgh Festival 2011.

Für die in der Antike spielende Oper um die Vergewaltigung einer römischen Generalsgattin hat der Dirigent (und Komponist) Oliver Knussen renommierteste englische Sänger besetzt - aber auch Angelika Kirchschlager in der Titelrolle: Sie versteht es, der tragischen Lucretia einen psychologisch subtil dargestellten Subtext zu verleihen. »Brillant, bildhaft und leidenschaftlich«, lobte The Telegraph die Aufführungen beim Aldeburgh Festival 2011. »Alles, ohne Ausnahme, traf den Nagel auf den Kopf«, schrieb The Guardian

„Er ist ein Geschichtenerzähler und Sänger-Schauspieler par excellence, mit einer immensen Bandbreite emotionaler Ausdruckskraft“, so der Evening Standard. Ian Bostridge begann seine Karriere als Sänger erst 1991. Vorher studierte er Geschichte und Philosophie in Cambridge und Oxford, wo er 1990 über Hexerei promovierte.

1993 gab Ian Bostridge sein Debüt und 1995 sein erstes Solorecital in der Wigmore Hall. Als Konzertsänger tritt Bostridge bei den internationalen Festivals sowie in allen großen Konzertsälen der Welt auf, u.a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, Boston Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Royal Concertgebouw Orchestra, dem New York Philharmonic sowie dem Los Angeles Philharmonic - unter Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Sir Colin Davis, Sir Andrew Davis, Seiji Ozawa, Riccardo Muti, Mstislaw Rostropowitsch, Daniel Barenboim, Daniel Harding, Donald Runnicles, James Levine und Sir Antonio Pappano.

Sein Opern-Debüt gab Bostridge 1994 als Lysander in Brittens „A Midsummer Night's Dream“ beim Edinburgh Festival. 1995 debütierte er an Covent Garden als Narraboth in „Salome“, 1996 als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ an der English National Opera und 1997 als Quint in Brittens „The Turn of the Screw“ wiederum an Covent Garden.

Für seine Aufnahmen als EMI-Exklusivkünstler (seit 1996) erhielt Ian Bostridge bereits zahlreiche Preise: jeweils einen Gramophone Award 1998 (Schumann-Lieder), 2003 („The Turn of the Screw“) und 2010 („The Tempest“ von Thomas Adès), einen Grammy für Brittens  „Billy Budd“ in 2010 sowie einen Choc de l’Année du Monde de la Musique, einen britischen Time Out Classical Music Award,  einen Critics‘ Choice Classical Brit Award sowie einen französischen Diapason d’Or.

In Deutschland wird Ian Bostridge besonders für seine Schumann- und Schubert-Liedeinspielungen geschätzt. 2004 erschien Schuberts „Winterreise“ mit dem Pianisten Leif Ove Andsnes – laut The Times „eine der bedeutendsten Musikpartnerschaften der Gegenwart“. Zusammen mit der Pianistin Mitsuko Uchida nahm Bostridge 2005 Schuberts „Die schöne Müllerin“ auf und in 2009 dessen „Schwanengesang“ mit Antonio Pappano am Klavier.

Zum Britten-Jahr 2013 folgen nun Einspielungen der Kammeroper „The Rape of Lucretia“, Lieder mit Antonio Pappano am Klavier und das „War Requiem“ –  mit Anna Netrebko, Thomas Hampson und dem Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Antonio Pappano.

 

 

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