08.11.2012 08:05 frisch, sensibel und höchst inspiriert

Musik Klassik: "The Mozart Sessions" - Gemeinsames musikalisches Werk von Markus Schirmer und des Kammerorchesters A Far Cry

Musik Klassik: "The Mozart Sessions" - Gemeinsames musikalisches Werk von Markus Schirmer und des Kammerorchesters A Far Cry

Album "A Far Cry - The Mozart Sessions" © Paladino

Von: GFDK - Birgit Enge

Dieses Album ist mehr als außergewöhnlich. Nach etlichen preisgekrönten Solo- und Kammermusik-CDs spielt der österreichische Pianist Markus Schirmer erstmals einen Tonträger mit einem Orchester ein. Und mit was für einem ...

Das amerikanische Kammerorchester A Far Cry gehört zu den interessantesten Vertretern einer neuen, aufregenden Generation innerhalb der klassischen Musikszene. Die New York Times beschrieb das Orchester, das ohne Dirigent arbeitet, als "randvoll mit Persönlichkeit oder besser: Persönlichkeiten, ebenso zahlreich wie vielfältig". A Far Cry wurde 2007 von 17 jungen Profimusikern (den sogenannten "Criers") gegründet, und von Beginn an wurden die einzelnen Musikerpersönlichkeiten stark gefördert, wozu auch die innovative Struktur beiträgt, indem sie sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen nach dem Rotationsprinzip mit wechselnden Stimm- und Meinungsführern arbeiten. Mit Programmen, die das klassische Orchesterrepertoire erweitern, sowie spannenden Experimenten in Sachen Proben und Aufführungen hat sich das Orchester inzwischen durch mehr als 200 Konzerte, 3 CD-Aufnahmen und eine starke Präsenz im Internet weltweit einen Namen gemacht.

In Europa waren sie nun erstmals live zu hören; sie gaben insgesamt sieben Konzerte in Österreich mit Markus Schirmer als Solist, u. a. auch im Wiener Musikverein. Weitere namhafte Solisten, mit denen sie für Aufnahmen und Konzerte zusammenarbeiteten, sind die Cellisten Matt Haimovitz und Yo-Yo Ma, der Ukulelen-Virtuose Jake Shimabukuro, Gitarrist Jason Vieaux und Klarinettist David Krakauer. In der Saison 2012-13 wird A Far Cry mehr als 50 Konzerte geben, in den USA und im Ausland; dabei reicht das Repertoire von monophonen Werken aus dem 12. Jahrhundert bis zu Uraufführungen von eigens für sie geschriebenen Werken

Unabhängig vom jeweiligen Projekt, so schreibt der Boston Globe, vertraut das Konzertpublikum bei A Far Cry auf den hohen musikalischen Standard und den Idealismus der jungen Musiker. Die "Criers" sind glücklich, Boston als künstlerische Heimat gefunden zu haben, und sind stark in der Stadt verwurzelt, wo sie einerseits proben und andererseits als Orchestra in Residence im Isabella Stewart Gardner Museum fungieren. Außerdem verbindet sie eine enge Partnerschaft mit dem New England Conservatory in Boston; A Far Cry arbeitet immer wieder mit dortigen Studenten zusammen, denn eines ihrer Ziele ist es, den Geist des vom starken Kollektiv getragenen Musizierens an die nächste Generation weiterzugeben.

Markus Schirmer ist in Europa, Asien, Nord- und Südamerika zu einer ebenso bekannten wiebeliebten Größe aufgestiegen. Der aus Graz stammende Pianist wird nicht nur wegen seinerherausragenden Musikalität geschätzt, sondern auch wegen seiner großen stilistischen Bandbreite,seinem Klangsinn, vor allem aber auch wegen seinem aussergewöhnlichen Charisma am Podium. Er wurde zum musikalischen Weltreisenden, arbeitet mit renommierten Orchestern wie den Wiener Philharmonikern oder dem Royal Philharmonic Orchestra London und bedeutenden Dirigenten wie Valery Gergiev, Sir Neville Marriner oder Vladimir Fedoseyev. Im Rahmen einer Konzertreise durch Deutschland lernte Schirmer Mitglieder von A Far Cry kennen und folgte ihrer Einladung nach Boston, wo man 2009 erstmals ein gemeinsames Mozart-Konzert in der ehrwürdigen Jordan Hall zur Aufführung brachte.

"Die Art, wie diese jungen Vollblutmusikerinnen und Musiker arbeiten, mit welcher Hingabe und Enthusiasmus sie bei der Sache sind, hat mich begeistert und inspiriert. Es lag ganz klar auf der Hand: da musste noch mehr passieren", sagt Markus Schirmer.

"The Mozart Sessions"

Die Aufnahmen entstanden im Frühjahr 2012 neuerlich in der für ihre glänzende Akustik vielfach gerühmten Jordan Hall in Boston, aufgenommen vom blutjungen zweifachen Grammy-Gewinner Jesse Lewis und behutsam begleitet vom erfahrenen Klassik-Produzenten Roger Tapping. Am Programm stehen Mozarts Klavierkonzerte A-Dur KV 414 und C-Dur KV 415 sowie seine Kirchensonate C-Dur KV 336. Die Kadenzen und Eingänge stammen zum überwiegenden Teil von Markus Schirmer selbst. Die Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Pianisten und den jungen US-Musikern ist im wahrsten Sinne des Wortes frisch, sensibel und höchst inspiriert. Das gemeinsame Gestalten jeder einzelnen Phrase, das Bemühen um eine individuelle Klangsprache, das stete harmonische Geben und Nehmen - all diese Eigenschaften zeichnen diese "Mozart Sessions" aus.

Ein Mozart, der überrascht. Der mit zeitloser Schönheit zu berühren vermag.

 

Birgit Enge
Production Management Markus Schirmer
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