11.04.2013 08:05 String Quartets Op. 18 No. 6, Op. 95 & Op. 135

Musik Klassik: Quartetto di Cremona - Italienische Streichkultur & historische Spielpraxis - Beethoven Streichquartette Vol. I

Musik Klassik: Quartetto di Cremona - Italienische Streichkultur & historische Spielpraxis - Beethoven Streichquartette Vol. I

Album "Ludwig van Beethoven: Complete String Quartets – Vol. 1" © audite

Von: GFDK - audite

In den vergangenen zehn Jahren ist mit dem Quartetto di Cremona ein Streichquartett von internationaler Ausstrahlung herangereift, das italienische Streicherkultur mit dem Bewusstsein für historische Spielpraxis vereint. Seit vielen Jahren zu Gast in den internationalen Konzertsälen, werden die Musiker vielerorts als Nachfolge-Ensemble des Quartetto Italiano gehandelt.


Die Spielkultur des Quartetto di Cremona bewegt sich in einem besonderen Spannungsverhältnis zwischen italienischen und deutsch-österreichischen Einflüssen: Nach dem Studium setzte das Ensemble seine Ausbildung bei Piero Farulli vom Quartetto Italiano fort. Er favorisierte instinktives Musikertum und einen leidenschaftlich-emotionalen, eher romantischen und sozusagen „italienischen" Interpretationsansatz. Anschließend studierte das Quartetto di Cremona bei Hatto Beyerle vom Alban Berg Quartett, der für eine gegenteilige Herangehensweise steht. Die Konzentration auf Werktreue, Form und Struktur als Grundlage für musikalische Interpretation und Inspiration führen bei ihm zu einem klaren, klassischen und eher „Deutsch-Österreichischen" Stil.

 

Beide Lehrer hatten immensen Einfluss auf das Quartett und prägten seinen musikalischen Stil entscheidend. Auf natür­liche Weise verbindet er beide Pole miteinander, vereint unbändige Spielfreude mit einem ausgeprägten Sinn für musika­lische Architektur, kultiviert die Verschmelzung von Struktur und Ausdruck, von äußerer Form und innerer Leidenschaft.


Mit den drei Werken der ersten Folge schlägt das Quartetto di Cremona den großen Bogen über die wichtigsten Perio­den der Beethovenschen Quartettkunst. Die Nr. 6 aus den sechs Quartetten op. 18 hat durch den Schlusssatz „La Malin­conia" eine geheimnisvoll programmatische Dimension, während das Quartett op. 95 aus Beethovens mittlerer Schaffenszeit enorm kompakt und dramatisch zupackend erscheint. Am Schluss steht das allerletzte Quartett op. 135, das Beethoven ein Jahr vor seinem Tod in Wien vollendete und das im Vergleich zum sonstigen, eher spröde wirkenden, Spätwerk wieder eine versöhnliche Haltung einnimmt.



Instrumente:
Violine I • Guarneri del Gesù (Cristiano Gualco)
Violine II • Giovanni Battista Guadagnini (Paolo Andreoli)
Viola • Strumento anonimo del 1680 di Scuola Piemontese (Simone Gramaglia)
Violoncello • Marino Capicchioni del 1974 (Giovanni Scaglione)

 

 

 

Sabine Wiedemann
audite Musikproduktion
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