26.12.2012 07:54 Filmmusik zum Historiendrama

Musik Klassik: "Anna Karenina" - Dario Marianelles packende Mischung handwerklicher Raffinesse, authentischer Instrumentenfarben und eindringlicher Interpretationen

Musik Klassik: "Anna Karenina" - Dario Marianelles packende Mischung handwerklicher Raffinesse, authentischer Instrumentenfarben und eindringlicher Interpretationen

Bild 1: Keira Knightley in Anna Karenina © Focus Features

Bild 2: Album "Anna Karenina" © Decca

Von: GFDK - Decca - 2 Bilder

Mit seinen Soundtracks zu Joe Wrights Historiendramen “Abbitte” und “Stolz und Vorurteil” stieg Dario Marianelli in die Riege der gefragtesten Filmkomponisten auf. Auch in Wrights neuem Film “Anna Karenina” spielt Marianellis Filmmusik eine große Rolle!

Nach dem Erfolg seiner Romanverfilmungen “Abbitte” und “Stolz und Vorurteil” stellt Joe Wright nun seine mit Spannung erwartete Leinwandfassung von Leo Tolstois Romanklassiker “Anna Karenina” vor (Kinostart 06.12.2012). Der britische Regisseur setzte bei den Dreharbeiten zu weiten Teilen wieder auf das Team, das ihm bereits bei den beiden Vorgängern zur Seite stand, allen voran Muse Keira Knightley in der Titelrolle sowie Produzent Tim Bevan, Kostümdesignerin Jacquelin Durran und Setdekorateurin Katie Spencer. Und natürlich wäre das neue Historiendrama von Joe Wright nicht vollständig ohne den Komponisten Dario Marianelli, der für die Filmmusik von “Stolz und Vorurteil” eine Oscar-Nominierung und für “Abbitte” einen Golden Globe und den Oscar für den besten Original-Soundtrack erhielt.
FIlmmus
Ein Leben auf der Theaterbühne

Joe Wrights Verfilmung bricht mit den Konventionen des Historiendramas. Seine kühne und visuell überwältigende Version von “Anna Karenina” basiert auf der Adaption von Theater- und Drehbuchautor Tom Stoppard, der unter anderem das Drehbuch für “Shakespeare in Love” geschrieben hat. Über Tolstois Roman sagt Stoppard: “Wir haben es mit einer Gesellschaft zu tun, die versuchte, mit Paris in Bezug auf Oper, Literatur und die anderen Künste gleichzuziehen.” Regisseur Joe Wright ergänzt: “Die Charaktere ähneln Schauspielern auf einer Bühne, die übernommene Ideen in Bezug auf Stil, Manieren und Kultur verkörpern. Anna Karenina spielt die Rolle der pflichtbewussten Ehefrau bis zu dem Punkt, an dem sie Graf Wronskij trifft. Doch alle Menschen um sie herum bleiben Schauspieler. So wurde mir klar, dass wir den Film in einem Theater ansiedeln mussten.” Die Kulisse eines im Verfall begriffenen Theaterhauses, in dem der Großteil der Filmhandlung spielt, wird zur Metapher für den inneren Zersetzungsprozess der Adelsgesellschaft im zaristischen Russland Ende des 19. Jahrhunderts.

Kongenialer Soundtrack

Auch im neuen Film von Joe Wright kommt dem Soundtrack von Dario Marianelli wieder eine zentrale Rolle zu. Der Komponist nähert sich dem Stoff ähnlich wie der Regisseur, insofern er auf den für das Genre typischen Einsatz üppiger Orchestermusik verzichtet. Marianelli setzt auf kleinformatige Strukturen, Ensembles in Kammerbesetzung und kunstvoll geschriebene Solopassagen. Seine Filmmusik ist kein Werk der plakativen Themen oder massiven russischen Chöre. Vielmehr bezieht der Soundtrack zu “Anna Karenina” seine Faszination aus einer packenden Mischung von handwerklicher Raffinesse, authentischen Instrumentenfarben und eindringlichen Interpretationen. Dario Marianelli schafft eine dichte musikalische Atmosphäre, die der Flamboyanz dieser Verfilmung ideal entspricht. So tanzt sich die dekadente Gesellschaft durch eine Vielzahl rauschender Walzer, die Erinnerungen an die Jazz-Suiten Schostakowitschs wachrufen. Und begleitet vom Klang traditioneller russischer Melodien scheint immer wieder die Möglichkeit einer wahrhaftigen Existenz jenseits Bühne des aristokratischen Lebens auf.

Dario Marianelli hat den Soundtrack zu Joe Wrights Verfilmung des Romans “Anna Karenina” von Leo Tolstoi komponiert, in dem die Hollywood-Stars Keira Knightley (in der Titelrolle), Jude Law (Fürst Alexei Karenin) und Aaron Johnson (Graf Wronski) zu erleben sind. Die Filmmusik Dario Marianellis, dessen feines Gespür für historische Kinostoffe als einzigartig gilt, fängt die Emotionalität von Tolstois Epos um Ehe und Moral in der adligen russischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts in beeindruckender Weise ein. Der fesselnde Soundtrack – eine liebevolle Hommage an die Musik von Tschaikowski, Rimsky-Korsakow und Mussorgsky – besticht durch typisch russisch-romantische Orchesterfarben, die raffinierte Einflechtung folkloristischer Themen, leidenschaftliche Rhythmen und einen Hauch Klezmer.

Bereits zum vierten Mal arbeitete der italienische Komponist, dem der große Durchbruch in Hollywood mit der Musik zum Film “Die Brüder Grimm” von Terry Gilliam gelang, mit dem britischen Regisseur Joe Wright zusammen. Für seine von der Klaviermusik Beethovens inspirierte Filmmusik zu Wrights “Stolz und Vorurteil” erhielt Marianelli eine Oscar-Nominierung. Die vorläufige Krönung der gemeinsamen Arbeit erlebte das kongeniale Duo im Jahr 2008, als Dario Marianelli für seine Filmmusik zum Drama “Abbitte” mit dem Golden Globe und dem Oscar für den besten Original-Soundtrack ausgezeichnet wurde.

Decca präsentiert Dario Marianellis neue Filmmusik zum Historiendrama “Anna Karenina”, das seit 6. Dezember in den deutschen Kinos läuft.

 

Hörprobe:
http://www.klassikakzente.de/musik/klassik-cds/album/product:184784/anna-karenina-ost

 

Quelle: www.klassikakzente.de

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