29.05.2014 08:10 Klanglandschaft mit Tiefgang

Musik Jazz: Wolfgang Muthspiel entlockt der Gitarre magische Klänge auf neuem Album "Driftwood"

Larry Grenadier Brian Blade und Wolfgang Muthspiel veroeffentlichen Album Driftwood

Larry Grenadier, Brian Blade, Wolfgang Muthspiel © Sun Chung / ECM Records

Von: GFDK - JazzEcho

Der Österreicher Wolfgang Muthspiel erweist sich auf seinem ECM-Debütalbum “Driftwood” als Meister der akustischen und elektrischen Gitarre.

Eine Gitarre ist eine Gitarre ist eine Gitarre. So behaupten es unbedarfte Zeitgenossen oft in Anlehnung an einen bekannten Satz der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein. Wirklich versierte Gitarristen aber widersprechen da heftig. Denn das Spiel auf dem akustischen Instrument unterscheidet sich in Wirklichkeit deutlich von dem auf seinem elektrischen Pendant. Deshalb tummeln sich im gewaltigen Meer der Gitarristen auch nur verhältnismäßig wenige, die beide Instrumente gleichermaßen gut beherrschen. Der Österreicher Wolfgang Muthspiel darf zu diesen Doppelbegabten gerechnet werden. Und auf "Driftwood", seinem ersten Album als Leader für ECM, stellt er genau dies nun unter Beweis.

Gemeinsam mit Bassist Larry Grenadier und Schlagzeuger Brian Blade, zwei der gefragtesten Begleiter der US-amerikanischen Jazzszene, hat er ein Trio-Album voller Subtilität und musikalischem Tiefgang aufgenommen. Mit beiden arbeitet er getrennt nun schon seit über zehn Jahren immer wieder zusammen. Als Trio aber treten sie erstmals auf "Driftwood" in Erscheinung. Muthspiels Kompositionen sind mal lyrisch, dann wieder voller Groove oder atmosphärisch. Gerahmt hat er sein abwechslungsreiches Programm mit Stücken, die eine Hommage an zwei seiner musikalischen Vorbilder sind: "Joseph" widmete Muthspiel seinem 2007 verstorbenen Landsmann Joe Zawinul und "Bossa For Michael Brecker" dem im selben Jahr gestorbenen Tenorsaxophonisten Mike Brecker.

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Auf "Driftwood" lotet Muthspiel nicht nur die reichen Klangqualitäten der elektrischen und akustischen Gitarre aus, sondern versucht gleichzeitig auch, die harmonischer Dichte und Poliphonie zu erzeugen, die eigentlich das Ideal eines jeden Piano-Trios ist. "Ich wollte die Flüssigkeit und den weiten Horizont der Gitarre präsentieren, aber auch die kontrapunktischen Möglichkeiten eines Piano-Trios ausschöpfen", erläutert Muthspiel, der u.a. bei dem durch seine ECM-Aufnahmen bekannten Mick Goodrick studierte. "Ich hatte die gesamte weite ECM-Klanglandschaft und Manfred Eichers Klangästhetik im Hinterkopf, als ich das Material für ‘Driftwood’ schrieb. Im Studio gewann die Musik dann zunehmend an Fokus, zum einen durch Manfreds Eingriffe, zum anderen aber auch durch den Sound selbst, der einem Musiker immer die Richtung weist. Es gibt eine organische, vielschichtige  Klanglandschaft mit einer gewissen Tiefenschärfe  und sehr bewußter Dynamik. Etwas Besonderes sind die Stücke des Albums, bei denen ich Akustikgitarre spiele - weil es ein Instrument mit einem gewissen klassischen Klangideal ist, hier aber in einem absoluten Jazzkontext eingesetzt wird."

Quelle: JazzEcho

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