12.09.2013 07:44 Kühn, verblüffend, originell

Musik Jazz: Winston McAnuff & Fixi entführen in einen magischen Klangkosmos auf "A New Day"

Winston McAnuff und Fixi sind beherzte Visionaere

„Die Leute sagen mir immer wieder, dass unsere Musik ihnen einen Gänsehautschauer über den Körper jagt“, schmunzelt der graubärtige Winston McAnuff, der Roots-Reggae Routinier. Bild 1+2: © Bernard Benant

Winston McAnuff und Fixi sind kreativ

Winston McAnuff und Fixi praesentieren ihr neues Album A New Day

Bild 3: Winston McAnuff & Fixi © Lisa Roze

Die Stimmungen, die auf A New Day reflektiert werden, sind so breit gefaechert, wie die Einfluesse, die es aufnimmt

Bild 4: Album "A New Day" © Chapter Two/Wagram Music/Indigo

Von: GFDK - Uwe Kerkau Promotion - 4 Bilder

Die Stimmungen, die auf dem Album reflektiert werden, sind so breit gefächert, wie die Einflüsse, die es aufnimmt. Es ist frisch, wie eine Morgenbrise….‚ Jamaican Vibes‘, Soul- und Bluesanleihen, aufgebrochen durch nigerianischen Afrobeat, brasilianische Samba und kolumbianische Cumbia, befeuert durch Maloya Rhythmen aus La Réunion im indischen Ozean vor der Küste von Ostafrika und rockige Musette-Noten aus Frankreich…. Wenn Winston McAnuff und Fixi aufeinander treffen, geschieht Magisches.

Beherzte Visionäre

Auf der Bühne entfalten der jamaikanische Sänger-Veteran Winston McAnuff und der französischstämmige Akkordeonist und Keyboarder Fixi eine solch explosive Kraft, dass Winston McAnuff nicht umhin kann, mit ganzem Körpereinsatz zu arbeiten und seine Dreadlocks fliegen zu lassen. Dem steht Fixi in nichts nach. Es gibt sogar Leute, die die beiden auf Konzerten begegnet sind und die Stein und Bein schwören, dass sie Blitze aus Fixis Finger schießen sahen, als er mit ihnen über die Tasten flog. „Die Leute sagen mir immer wieder, dass unsere Musik ihnen einen Gänsehautschauer über den Körper jagt“, schmunzelt der graubärtige Winston McAnuff, der Roots-Reggae Routinier, der gerade in Frankreich einen weiteren künstlerischen Frühling erlebt, „sie reden dabei auch darüber, dass unsere Musik sie tief bewegt und etwas auslöst, dass sie letztlich nicht erklären können.“ Unerklärliches will aber erklärt werden. Stell’ dir dazu vor, da treffen sich Brüder im Geiste. Da verschmelzen zwei farbenprächtige Kulturen. Stell’ dir weiter vor, da tragen zwei Kreative Hoffnung im Herzen, die jegliche Barrieren aufhebt. Stell’ dir darüber hinaus vor, die beiden widmen sich einem musikalischen Projekt, das so kühn ist, so verblüffend originell, dass dies nur zwei beherzte Visionäre auf den Weg bringen können. Herzlich willkommen im Klangkosmos von ‚A New Day‘.

Brodelnde Mixtur

Eine solche Vision auf Platte zu bannen, ist eine der größten Herausforderungen überhaupt. Dazu bedarf es besonderer Fähigkeiten, vor allem auch der Mitstreiter. Ganz oben auf der Liste der hochkarätigen Helfer steht der Produzent Olivier Lude (der auch schon bei Aufnahmen von Vanessa Paradis oder Jacques Brel seine Finger im Spiel hatte). Am Ende ist mit „A New Day“ exakt das Album herausgekommen, das Winston McAnuff & Fixi machen wollten. Es ist voll gepackt mit Botschaften, denen Winston McAnuff seine charakteristische, warme, sonore Tenorstimme leiht. „Lieder zu singen, die das Leben anderer hin zum Guten verändern, gibt mir immer aufs Neue die Kraft, das zu tun, was ich tue“, erklärt Winston McAnuff altersweise, „was kann es Schöneres geben, als etwas Positives zu erreichen während du dabei tanzt?“ Die neue CD versammelt ‚Jamaican Vibes‘, Soul- und Bluestöne.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Aufgebrochen werden diese bekannten Noten durch nigerianischen Afrobeat, brasilianische Samba und kolumbianische Cumbia, befeuert durch Maloya Rhythmen aus La Réunion im indischen Ozean vor der Küste von Ostafrika und rockige Musette-Noten aus Frankreich. An dieser brodelnden Mixtur hat der weitsichtig agierende Komponist, Arrangeur und Multi-Instrumentalist Fixi größten Anteil. „Als ich vor zwölf Jahren mit dem Akkordeon begann, wollte ich es aus den französischen Musette-Klauen befreien. Ich habe französische Volksmusik mit Hip-Hop und Afrobeat verquickt und ihr so eine ordentliche Frischzellenkur verpasst“, sagt Fixi, der in seinem Heimatland wohl angesehenste und produktivste Kreative mit einem breiten Grinsen, „um diesem Projekt die benötigten magisch-hynotischen Momente zu verleihen, greife ich mit meinem Akkordeon das Call-and-Response-Element der afrikanischen Musik auf. „Garden of Love“ - der rhythmisch schnelle Auftakt der Platte „A New Day“ erinnert immer wieder an das launige Schifferklavier der Jacques Dutronc-Hymne „Il est cinq heures, Paris s’éveille“, auch ist die dortige Mischung aus eher klassischen Noten, leicht schepperigem Schlagzeug und geschickt gesetzten Spezialeffekten Vorbild für dieses spezielle Lied von heute. Denn auch wenn Paris erwacht, ist das nichts anderes, als „A New Day.“

Maloya Klänge aus La Réunion

„Mit unseren Liedern lassen wir die Menschen wissen, dass die Liebe immer da ist, auch dann, wenn sie für das Auge unsichtbar ist“, erklärt Winston McAnuff, „es sind optimistische Lieder für ein friedvolles Leben.“ Um diesem ästhetischen Ansatz zu beflügeln haben sich die beiden den legendären Ex-Fela Kuti-Schlagzeuger Tony Allen ins Studio geholt. Mit diesem Künstler verbindet Fixi eine jahrzehntelange kreative Freundschaft. Ein weiterer langjähriger Freund und Musikerkollege ist an der Gitarre zu finden, M. Den Kontrabass zupft Tom Feuer, hinterm Schlagzeug sitzt Fixis jüngerer Bruder Alexis Bossard, der Perkussionist Cyril Atef ist ebenfalls mit von der Partie. Doch auch Musiker, zu denen es bisher keinerlei intensiven Kontakt gab, sind dabei. Etwa Olivier Araste - Frontmann der Maloya-Band Lindigo, deren letztes Album Fixi produziert hat. Mit den mitreißenden Malyoa-Klängen kennt sich nicht Fixi aus. Auch Winston McAnuff ist regelmäßiger Gast beim berühmten Sakifo Festival auf der Insel La Réunion, dort, wo madagassische Sklaven, die bei der Zuckerrohrernte arbeiteten, diese dem Blues verwandten Klagelieder zum ersten Mal anstimmten.

„Ich hatte vorher noch nie im 6/8-Takt gearbeitet, so dass ich mich für die Albumproduktion für zwei Tage noch mal intensiv in Maloya einhörte“, blickt Winston McAnuff auf die Studioarbeit zurück und lächelt, „anschließend konnte ich problemlos an Stücken wie ‚One, Two, Three’ oder ‚Economical Crisis’ arbeiten. Letzteres beschäftigt sich mit dem allgegenwärtigen Konjunkturabschwung. Für den Rhythmus sind die Trommler von Lindingo verantwortlich. Der ungewöhnliche Klang stammt von den Originalinstrumenten der Insel, einer Kayamb (eine mit Paternostererbsen- oder Canna-Samen gefüllte, flache Gefäßrassel aus Zucker- oder Schilfrohr) und einer Roulèr (eine große zylindrische Trommel, die aus einem ausgehöhlten Baumstamm gefertigt wird). Es  ist schon eine wilde Musik und das Timing dabei eine einzige Herausforderung.“ Später wird „One, Two, Three“ noch mit Keyboardklängen und einem Cello angereichert. Doch das reicht nicht. Gitarrist M legt noch mal ordentlich Gitarrenspuren drüber. „Ich wollte, dass der 6/8 Takt moderner, grooviger gestaltet wird“, fügt Winston McAnuff an. Die Stimmungen, die auf dem Album reflektiert werden, sind so breit gefächert, wie die Einflüsse, die es aufnimmt. Es ist frisch, wie eine Morgenbrise - „A New Day“ eben.

Massenhaft Afrobeatsterne am Himmel

„Johnny“ ist eine verletzliche Ballade über ein widerspenstiges Kind, während „You And I“ gleich massenhaft Afrobeatsterne vom Himmel pflückt. „Let Him Go“ ist ein von Bläsern  wirbelnd aufgemischtes Stück, dass das gesamte Ghetto zum Cha-Cha-Cha bittet. In „I’m A Rebel“ gibt Winston McAnuff den beinharten Reggae-Rebellen. Dann ist da das Titelstück, „A New Day“, eine schimmernde Ode an die Liebe, an Jah und an bessere Zeiten, die bereits ihre langen Schatten voraus werfen. Diese Zeiten waren für Winston McAnuff lange nicht in Sicht. Die harten Jahre, denen sich das Musikgeschäft Mitte der 1980er Jahre zu stellen, spülen jemanden wie Winston McAnuff, der in Jamaika auch unter dem Künstlernamen Electric Dread in Erscheinung trat, ins kreative Abseits. Mehr recht als schlecht fristet er sein Leben in Kingstons Halfway Tree Park. Schließlich geht er in den frühen Nullerjahren nach Europa. Dort sucht er die Begegnung mit seinem alten Roots-Reggae-Freund Earl 16.

„Ich wollte einfach herausfinden, was für mich musikalisch in Europa so geht", erzählt Winston McAnuff, „als ich dann nach Frankreich ging, um Earl 16 dort spielen zu sehen, traf ich zur richtigen Zeit die richtigen Leute und ich konnte von dort aus neu starten.“ Die ersten beiden in Frankreich veröffentlichten Alben und die Kompilation “Diary of The Silent Years“ werden von der Kritik und dem Publikum begeistert aufgenommen. 2005 spielt er gemeinsam mit dem französischen Sänger und Keyboarder Camille Bazbaz das explosive Album „A Drop“ ein. Ein Jahr später trifft er auf die Musette-Rocktruppe Java, deren Akkordeonspieler niemand anderes ist, als Fixi.



„Ich habe Winston McAnuff bei einem walzerinspirierten Stück das Mikrophon in die Hand gedrückt, als er anhob zu singen, hat es zwischen uns einfach Klick gemacht“, erinnert sich Fixi, „unmittelbar danach haben wir die funk- und reggaedurchtränkte Platte „Paris Rockin’“ aufgenommen und aus dem Stand heraus mal eben 20.000 Exemplare verkauft.“ Nun sind die beiden plattentechnisch wieder am Start. Mehr auf einer Wellenlänge denn je prägt blindes künstlerisches Vertrauen ihre Zusammenarbeit. Und dann wacht da noch über allem der allmächtige Jah Rastafari. „Wir machen keine Musik für Spezialisten, wir machen Musik für jeden“, plaudert Winston McAnuff aus dem Nähkästchen, „ich bin derzeit mit kreativen Offenheit gesegnet, dass ich mich überall einbringen kann.“ Beide Künstler können sich völlig in ihrer Musik verlieren. „Es gibt Momente, vor allem live auf der Bühne, da gehen wir völlig in unserem Schaffen auf“, reflektiert Fixi. „und dann“, nickt Winston McAnuff, „dann treten wir als Personen hinter unser Werk zurück. Und die Musik spricht für und wird groß und größer.“

Vor uns liegt nun nichts anderes mehr, als „A New Day.“

Album-Veröffentlichung: 1.11.2013


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