02.03.2013 08:11 Besser spät als nie...

Musik Jazz: “Travelin’ Light” - Songs der singenden Pianistin Shirley Horn mit vorwiegend seltener zu hörenden Jazzballaden

Musik Jazz: “Travelin’ Light” - Songs der singenden Pianistin Shirley Horn mit vorwiegend seltener zu hörenden Jazzballaden

Shirley Horn © Universal Music

Von: GFDK - Verve

Annähernd dreißig Jahre lang galt Shirley Horn als eines der bestgehüteten Geheimnisse des Jazz. Und dies obwohl kein Geringerer als Miles Davis sie schon ganz am Anfang ihrer Karriere in den höchsten Tönen gelobt hatte und ihr auch viele Kritiker zu Füßen lagen. Doch ein größeres Publikum sollte auf die singende Pianistin erst 1991 aufmerksam werden. In diesem Jahr brachte Verve Shirley Horns Bestseller-Album “You Won’t Forget Me” heraus.


Und auf dem wirkte als Gaststar ihr alter Mentor Miles Davis mit. Shirley Horn war plötzlich äußerst hip! Und das wiederum weckte bei ihren neuen Fans auch Interesse an ihren älteren Alben. In der “JAZZPLUS”-Reihe werden nun zwei Frühwerke aus der ersten Hälfte der 1960er Jahren zusammen auf einer CD wiederveröffentlicht: “Horn Of Plenty” (auch unter dem Titel “Horn With Horns” erschienen) und “Travelin’ Light”.

 

“Travelin’ Light” war 1965 Horns letztes Album, bevor sie sich für einige Jahre aus dem Musikgeschäft zurückzog, um sich der Erziehung ihrer Tochter zu widmen. Erst in den 1970er Jahren meldete sie sich mit neuen Alben zurück. Für “Travelin’ Light” hatte der Arrangeur und Produzent Johnny Pate dem Shirley Horn Trio mit Bassist Marshall Hawkins und Schlagzeuger Bernard Sweetney noch ein Ensemble mit exzellenten Solisten wie den Saxophonisten Frank Wess und Jerome Richardson, Trompeter Joe Newman und Gitarrist Kenny Burrell zur Seite gestellt. Das Programm bestand vorwiegend aus seltener zu hörenden Jazzballaden wie dem Titelsong, “You’re Blasé”, “Sunday In New York”, “I Could Have Told You” oder “Confessions”, erlaubte Horn aber auch Abstecher in den Blues (“Some Of My Best Friends Are The Blues”) und Pop (der Beatles-Klassiker “And I Love Her”).

 

Zwei Jahre zuvor hatte Shirley Horn unter der Regie von Quincy Jones das Album “Horn Of Plenty” aufgenommen, das die Künstlerin, die sich selbst in erster Linie als Pianistin betrachtete, leider nur als Sängerin präsentierte. Gemeinsam mit den Kollegen Thad Jones, Don Sebesky und Billy Baur lieferte Jones poppige Arrangements von beliebten Jazzstandards. Und obwohl Shirley Horn auch hier voll und ganz zu begeistern wusste, blieb ihr der kommerzielle Erfolg, auf den Jones spekuliert hatte, versagt. Dafür war das Album, auf dem u.a. die Pianisten Jimmy Jones und Bobby Scott sowie Posaunist Jimmy Cleveland solistisch in Erscheinung traten, wohl doch noch zu jazzig geraten.

 

Die CDs der “JAZZPLUS”-Serie bieten jeweils zwei Originalalben eines Künstlers auf einer CD. Aber auch die anderen Aspekte der preiswerten Edition, die Einspielungen für legendäre Jazzlabels wie Verve, Mercury, Prestige, Riverside u.v.a. präsentiert, können sich sehen und hören lassen: Alle Aufnahmen wurden neu digital von den Originalbändern remastert, viele Alben erscheinen hier erstmals auf CD oder waren lange nicht mehr erhältlich. Außerdem beinhalten die Booklets komplette Faksimiles der beiden Original-LP-Artworks, sowie natürlich alle diskographischen Angaben zu den Aufnahmen.

 

 

Quelle: http://www.jazzecho.de/